"Musik ist Trumpf" zeigt das Können der Handharmoniker
In der Großbottwarer Stadthalle präsentiert der Harmonika-Verein Großbottwar den rund 400 Zuhörern ein beeindruckendes Programm
Großbottwar. Der Harmonika-Verein Großbottwar (HVG) hat bei seinem Konzert am Samstag in der Stadthalle eine eindrucksvolle Kostprobe seines Könnens geboten. Das Klangerlebnis macht neugierig auf die Veranstaltungen des kommenden Jubiläumsjahres 2006.
Von Werner Fuchs
Mit einem Festakt am 28. Januar feiert der Harmonika-Verein sein 75-jähriges Bestehen. Am vergangenen Samstag boten die fünf Orchester und eine Jugendgruppe dem aufmerksamen Publikum schon einmal ein unterhaltsames Programm. Mit ausgezeichneten Leistungen brachten die rund 100 Musiker den 400 Zuhörern ausgewählte Stücke dar, was reichhaltigen Beifall auslöste.
Zum 15. Mal hieß es in der Stadthalle "Musik ist Trumpf" und zum 15. Mal leitete Günther Stoll nicht nur das Erste Orchester, sondern gefiel auch als unterhaltsamer und schlagfertiger Moderator, der durch das etwa zweistündige Programm führte.
Der HVG gilt schon lange als musikalische Hochburg der Harmonikamusik im Bottwartal. Das erste Orchester zählt mit zu den besten im Bezirk Stuttgart-Ludwigsburg. Und noch etwas fällt bei dieser großen und aktiven Harmonikamusikerfamilie auf: Vereinsvorsitzender und drei Orchesterdirigenten spielen aktiv mit. Vom musikalischen Leiter des ersten Orchesters, Günther Stoll, weiß man. dass er ein brillanter Akkordeonist ist.
Nach einer Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Siegfried Groß eröffneten die HVG-Youngsters den musikalischen Reigen mit kalifornischen Träumen. Sie wussten auch mit dem Stück "Always look on the bright side" zu gefallen.
Unter Leitung von Susanne Winkler zeigten 25 Spieler im Alter von zehn bis zwölf Jahren mit einer Vertonung der Tiergeschichte "Kater Benjamin" von Herbert Heck ein gutes Zusammenspiel. Bewährt hat sich die Kooperation der Vereinsspieler mit Schülern der Grund- und Hauptschule in der Musik-AG im zweiten Jahr.
Karin Groß verzauberte dann nicht nur musikalisch mit den zwei Dutzend Spielern des Schülerorchesters das Publikum. Passend zum Stück hüpften eine leibhaftige Hexe und ein scheinbares Gespenst über die Bühne. Der "Simple Song" von Hans Günther Kölz entpuppte sich als recht schwieriges Stück, das das Jugendorchester unter Leitung von Oleg Grötzinger bravourös meisterte. Grötzinger leitete auch das Freizeitorchester und gefiel mit dem vom ehemaligen Vereinsdirigenten und am Keyboard mitspielenden Harald Rausch bearbeiteten "Best of Carpenters" sowie dem sehr rhythmisch klingenden "The Freilach Dance".
Höhepunkt des musikalischen Abends war der Auftritt des Ersten HVG-Orchesters mit Günther Stoll am Dirigentenpult, das zur Einstimmung mit "Sambanera" von Thomas Ott zu hören war. Ein Glanzstück war der sich anschließende "Kaiserwalzer" des Walzerkönigs Johann Strauß. Als musikalischer Höhepunkt erwies sich das Medley "Best of Abba". Mit tobendem und lang anhaltendem Beifall forderten die etwa 400 Zuhörer eine Zugabe. Das mit Gitarre und Klavier verstärkte 1. Orchester und die beiden Schlagzeuger hatten ihr Bestes gegeben: Musik war wirklich Trumpf an diesem Abend im proppevollen Großbottwarer Stadthallensaal.
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