Der HGV hat das Rezept gegen den Nachwuchsmangel entdeckt
Samstag, 28.01.2006
Haas in der Harmonika-Hochburg Großbottwar
Der HGV hat das Rezept gegen den Nachwuchsmangel entdeckt
„Lebendiges Gemeindeleben wird immer auch durch gemeinsame kulturelle Betätigung geschaffen. Und das ist in seiner prägnantesten Form Musik“, sagte Landrat Dr. Rainer Haas beim 75-Jahr-Jubiläum des Großbottwarer Harmonika-Vereins. „Der HVG ist dafür ein ganz besonders gutes Beispiel. Großbottwar ist eine Harmonika-Hochburg nicht nur im Landkreis, sondern weit darüber hinaus und kann sich über mangelnden Zuspruch sowohl von Mitgliedern als auch durch ein dankbares Publikum nicht beklagen.“
Fünf musikalische Gruppierungen, vom Schüler- übers Jugendorchester bis zum 1. Orchester, machten Musik – „und meist vor vollen Sälen“, stellte der Landrat fest. Die musikalische Breite sei enorm und biete für jeden Musik-Geschmack Passendes. „Solcher Erfolg kommt nicht von ungefähr. Hier sind begeisterte Akkordeonspieler am Werk. Und hier wird vor allem wirklich vorbildliche Jugendarbeit geleistet! Der HVG hat offensichtlich das Rezept gegen den Nachwuchsmangel entdeckt!“
Die Musikvereine – und das gelte in herausragender Weise für den HVG - seien das Forum, das jungen Menschen die erste Begegnung schaffe mit kultureller Betätigung und die Erfahrung vermittele, durch Leistung und Gemeinsinn einen wichtigen Beitrag zum Gedeihen unserer Gesellschaft zu leisten. So werde in Großbottwar schon mit anderthalb Jahre alten Kleinkindern spielerisch Musik gemacht. Das setze sich fort in den drei unterschiedliche Stufen umfassenden „Musikgärten“. Das werde verfeinert in Einzel- und Gruppenunterrichtsangeboten und schließlich getoppt durch die wachsende Erfahrung in öffentlichen Auftritten: in Konzerten, bei Stadtfesten und Feiern, in Altenheimen und Gottesdiensten zum Beispiel oder bei Wertungsspielen. Darüber hinaus werde in der Jugendarbeit des Vereins noch viel mehr geboten als nur das Musizieren: Gemeinsame Ausflüge und Veranstaltungsbesuche oder einfach nur mal ein gemeinsames Pizza-Essen stärkten das Zusammengehörigkeitsgefühl der jungen Musiker und Musikerinnen. „Das hat modellhaften Charakter – und ich kann allen Musikvereinen, die über Nachwuchsmangel klagen, nur einen Studienbesuch beim HGV in Großbottwar empfehlen!“ stellte der Landrat fest.
Eine so erfolgreiche Vereinsarbeit sei nur möglich durch die Begeisterung und Einsatzbereitschaft der ehrenamtlich den Verein umtreibenden Frauen und Männer. In den zurückliegenden Jahren des knappen Geldes sei der Gesellschaft auf manchmal schmerzhafte Weise wieder bewusst geworden, wie wichtig das Sozialkapital – die engagierte Arbeit der Menschen im Ehrenamt -- für das Funktionieren des Gemeinwesens sei. Haas: „Wir haben gelernt, den Respekt vor dem Ehrenamt wieder sehr ernst zu nehmen. Ein solches Jubiläum ist ein guter Anlass, dies ins Scheinwerferlicht zu rücken und allen Frauen und Männern, die in den zurückliegenden Jahrzehnten den Harmonika-Verein lebendig gehalten haben, ein herzliches Dankeschön zu sagen für ihren ehrenamtlichem Eifer, durch den sie dem Verein, der ganzen Stadt und ihren Mitbürgern viel geschenkt haben.“
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