Fürs Jubiläum gibt sich HVG besonders viel Mühe

Anspruchsvolles Konzert im Oberstenfelder Bürgerhaus - Erinnerungen an vergangene Zeiten in Bildershow

 

(pat) - Zum 75-jährigen Bestehen muss es etwas ganz Besonderes sein und so gab sich der Harmonika-Verein Großbottwar (HVG) bei der Programmauswahl zum Jubiläumskonzert auch extra viel Mühe. Heraus kam ein anspruchsvolles Konzert im Bürgerhaus in Oberstenfeld.

 

Der Harmonikaverein ist genauso alt wie der deutsche Harmonikaverband. Damit gehört der HVG zu den Vereinen der ersten Stunde. Seine Attraktivität hat er sich erhalten. Von den 267 Mitgliedern sind 83 aktiv. "60 Prozent unserer Mitglieder kommen aus Großbottwar und 40 Prozent aus Oberstenfeld", erklärte der zweite Vorsitzende Bernd Schäfer, warum das Konzert in Oberstenfeld statt fand. Auch Jugendliche aus beiden Orten sind dabei. Die neueste Formation, die "Akkordeon-Racker", entstand aus einer Kooperation mit der Lichtenbergschule in Oberstenfeld. Sie hatte beim Jubiläumskonzert ihren ersten Auftritt. Zusammen mit dem Schülerorchester überzeugte sie mit der modernen Komposition "New Friends" von Jürgen Schmierer.

 

Den Anfang machten jedoch die "HVG- Youngsters" mit den "Drei kleinen Feiermusiken" von Hugo Herrmann. Auch das zweite Stück, die "Ouvertüre in C", stammt von einem weltweit bekannten Komponisten und Spieler: Rudolf Würthner. Der Name Alfons Holzschuh ist ebenso vielen ein Begriff, gründete er doch den bekannten Musikverlag. Das Schülerorchester unter der Leitung von Karin Groß begeisterte mit seiner "Feierabend-Ouvertüre". Das Jugendorchester unter Leitung von Oleg Grötzinger hatte sich mit den Volkstänzen Nummer 1 und 2 von Hans Brehme und den drei Epigrammen von Hermann Illenberger modernere Stücke ausgesucht. Das erste Orchester setzte dem bis jetzt schon gelungenen Konzert mit , dem "Divertimento" von Fritz Dobler, einem der ersten Solisten nach dem Krieg, der "Slavonska Rhapsodija" von Adolf Götz sowie "Kontraste" von Hans Boll die Krone auf. Dass auch Werke aus der klassischen Musik hervorragend für Akkordeon bearbeitet werden können, bewies das Orchester mit der Ouvertüre aus "Der Zigeunerbaron" von Johann Strauß. Im Jahr 1829 wurde in Wien das erste Patent für ein Akkordeon angemeldet. Um 1920 wurde es dann in der Form gebaut, wie man es jetzt kennt. Nicht viel später wurden auch in Großbottwar die ersten Märsche, Polkas und Walzer gespielt. "Damals gab es noch keine Originalmusik", weiß Günther Stoll, Leiter des ersten Orchesters. Im Oktober 1931 wurde der Harmonikaverein von acht begeisterten Harmonikaspielern in einem Wohnzimmer gegründet, erzählten Wolfgang Matt und Simone Schwarz bei der Bildershow. Mit dem Fahrrad oder Handwagen wurde das Knopfakkordeon zu den Proben gekarrt.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der HVG am 16. Mai 1946 wieder gegründet. Das erste Konzert wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Bottwartal-Kellerei gegeben. Bereits 1955 ging es zum ersten Wertungsspiel. Leider wurde das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen vergessen und der Lkw mitsamt lnstrumenten erst einmal beschlagnahmt. Trotzdem konnten die Akkordeonisten später noch antreten. Bezirksmeistertitel, Rundfunkaufnahmen und Erfolge bei Wertungsspielen folgten. Seit 1981 leitet Günther Stoll das erste Orchester. Er stellt die Arbeit unter ein Zitat von Victor Hugo: "Die Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist."

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Veröffentlichung

Mo, 08. Mai 2006

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