Einfühlsames Spiel
HGV Großbottwar-Oberstenfeld präsentiert sein Können
Großbottwar. Der Harmonika-Verein (HVG) mit der Tastenbande, dem Schüler-, Jugend- und dem ersten Orchester kann sich hören lassen. Das haben sie beim Konzert in der Martinskirche unter Beweis gestellt und gezeigt, dass sie bei ihren Dirigenten in besten Händen sind.
Von Helmut Schwarz
Musikalisch sind die Akkordeonisten des HVG bestens betreut, sie spielen einfühlsam, sauber und technisch einwandfrei - und sie verdienen ein dickes Lob: Ganz selten darf man einen derart disziplinierten Wechsel verschiedener Auftrittsgruppen erleben.
"Musik gehört in die Kirche", stellte der Pfarrer Andreas Kümmerle fest und meinte: "Zum Menschen als Ebenbild Gottes gehört das Musizieren." Wer musiziert, so der Pfarrer, der nutzt die Gabe Gottes, auf Erden etwas Himmlisches zu tun. Die heimlich diskutierte Frage nach "Akkordeonspiel in der Kirche" stellt sich also nicht. Dass Günther Stoll, seit 40 Jahren Dirigent und fast die halbe Zeit davon auch in Großbottwar, seine Spieler auch an Werke alter klassischer Meister heranführt, verdient alle Achtung. Dass den spielern auch klassische Musik Spaß macht, haben sie durch großartiges Musizieren bewiesen.
Den Höhepunkt des Konzertabends bildete das Konzert für Trompete Es-Dur. in dem Joseph Haydn mit spielerischer Freude die neuen Möglichkeiten für die Trompete mit Klappen auslotete. Der junge Solist Jan Epp - Absolvent der Musikhochschule Stuttgart - erwies sich als Meister des Trompetenspiels, der sich durch softig-weichen Ansatz und feingliedrige Klangführung auszeichnet, die Legato-Passagen geschmeidig, fast belcantisch gestaltete und dann und wann auch virtuose Bravour aufblitzen ließ. Das erste Orchester des HVG lieferte - von Günther Stoll einfühlsam geführt - den unaufdringlichen Background.
Dass der Nachwuchs beim HVG seinen festen Platz auch bei den Konzerten erhält, gehört laut Dirigent Günther Stoll zur Tradition des Vereins. Unter der Leitung von Susanne Winkler präsentierten sich die Jüngsten in der Tastenbande. Von ihrer Dirigentin gut geführt spielten die Minis das "Zwergenkonzert" von Alexander Jekic, der mit seinem Stück von 1995 die Kinder mit einfachen Aufgaben an die Musik heranführt.
Karin Groß leitet das Schülerorchester. Die jungen Akkordeonisten wurden bei der "Suite contraire" von Hermann Illenberger mit alten Musizierformen vertraut gemacht, die mit modernen rhythmischen Formen interessant und Spielfreude weckend vermischt wurden. Das Jugendorchester näherte sich unter seinem Leiter Eugen Sokolkov der großartigen Musik von Johann Sebastian Bach und spielte "Präludium" und "Fuge in F" mit klarer Linie. Bei dem rhythmisch wie auch dynamisch anspruchsvollen Stück "Der Maien" von Werner Richter hatten die Akkorrdeonisten die Tonsprache gut verstanden.
Nach dem Haydn-Konzert ließ das erste Orchester das Konzert mit dem "Präfugium Nr.l" von Heinz Ehme ausklingen und konnnten damit einen brillanten Schlussakzent setzen, der mit einer begeistert herausgeklatschten Zugabe noch eine Steigerung erfuhr.
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