Ein musikalischer Ausflug in den Himmel auf Erden

Harmonikaverein Großbottwar-Oberstenfeld beeindruckt mit Konzert in der Martinskirche

 

Großbottwar
Es war das Konzert einer muusikalischen Großfamilie. Fast alle "Generationen" des Harmonika-Vereins(HVG) Großbottwar-Oberstenfeld beeindruckten am Samstagabend ihr publikum in der Martinskirche mit einem sehr anspruchsvollen, klassischen Programm.

 

VON THoMAS FAULHABER

 

Alle Ensembles von den Anfängern bis zu den "alten Hasen" präsentierten sich von ihrer Schokoladenseite. Es war klar herauszuhören: Hier wird , bei den Proben durch Fordern gefördert, ohne aber zu überfordern.

 

Diese Grenze WUrde auch bei dem prächtigen Konzertabend nicht überschritten. Immer blieb es fürs Publikum ein Genuss zuzuhören.

 

Interessant war die Programmzusammenstellung. Meist wUrden moderne Werke gespielt, die sich aber oft historischer Elemente bedienten. Zum Beispiel das Prelude von Kölz, die Suite von BOll, das Praefugium von Ehme. "Echte" Akkordeonliteratur, dem Instrument auf den Leib geschrieben, unterstützt von Pauken und Schlagwerk. Bei Haydns Konzert für Thompete in Es-Dur wurde Solist Jan Epp engagiert.

 

Beide, Orchester und Trompeter, brillierten bei diesem Referenzkonzert für Profis. Seit 17 Jahren ist Günther Stoll musikalischer Leiter des ersten Orchesters. Musiker und Dirigent sind dabei zu einem bestens eingespielten Team zusammengewachsen, das sich am Samstagabend zur Höchstform steigerte. Von getragen-pathetisch über ausgelassene Fröhlichkeit bis hin zum jazzig Swingenden ließen sie keine Gefühlsnuance aus.

 

Der HVG bekämpfte mit diesem Abend sehr erfolgreich das Image der "Besenmusikanten". "Die schrecken mit ihren Trink-und Schunkelliedern, den Nachwuchs eher ab", meint Vorstand Siegfried Groß. Über Kooperationen mit drei Grundschulen will der Verein die Jugend wieder fürs Akkordeon gewinnen.

 

Mit Erfolg. 40 Kinder stehen bereits in den Startlöchern für das nächste Jahreskonzert. Dann sind sie reif für die Tastenbande. Bereits jetzt spielten sie unter der Leitung von Susanne Winkler ein dreisätziges fröhliches Zwergenkonzert von Jekic. Damit zeigten sie eine gute geschlossene und konzentrierte Teamarbeit.

 

Ein Stück anspruchsvoller war die Suite contraire von Illenberger, dirigiert von Karin Groß, die nach einem Vorspiel in einen Tango mündete. Getragen und melancholisch die Air, bevor eine Gavotte stark an "Irgendwo auf der Welt" von den Comedian Harmonists erinnerte. Auch hier beeindruckte die Exaktheit und das Zusammenspiel.

 

Auf dem Sprung ins große Orchester steht die Jugend. Eugen Sokolkov hatte mit ihnen unter anderem einen Klassiker einstudiert. Bachs Praeludium und Fuge in F. Hier Wurde die nahe Verwandtschaft von Akkordeon zur Orgel unüberhörbar.

 

"Musik bringt den Mennschen auf Erden den Himmel schon zu Lebzeiten ein Stück näher", sagte der Gastgeber, Pfarrer Dr. Andreas Kümmerle. Einen Vorgeschmack gab das Konzert des HVG.

 

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Veröffentlichung

Mo, 21. April 2008

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