Abwechslungsreiches Konzert des HVG auf hohem Niveau in der Martinskirche Großbottwar

Der Harmonika-Verein Großbottwar-Oberstenfeld präsentierte am Samstag, 19.04.08 in der Martinskirche Großbottwar sein Konzert mit anspruchsvollen Werken aus der Akkordeon- und klassischen Kirchenliteratur.

 

Die HVG-Tastenbande, das Schüler-, Jugend und 1.Orchester hatten sich bestens auf das Konzert vorbereitet und so durften sich die zahlreichen Gäste an dem durchgehend hohen spielerischen Niveau aller Orchester erfreuen.

 

Der musikalische Leiter des HVG und Dirigent des 1.Orchesters, Günther Stoll, führte in gewohnt souveräner Weise durch den Abend. Günther Stoll, der dieses Jahr sein 40jähriges Dirigentenjubiläum feiert, hiervon bereits seit 17 Jahren beim HVG, trug mit Wissenswertem über Komponisten und Musikstücke zur Bereicherung des Abends bei.

 

Das 1.Orchester eröffnete das Konzert mit dem Stück „Prélude de concert“ von Hans-Günther Kölz. Das Werk aus dem Jahr 2006 wurde für Akkordeonorchester komponiert und beinhaltet viele traditionelle Elemente der Kirchenmusik, die durch den Einsatz von Schlagwerk einen überraschend modernen Charakter erhalten.

 

Danach folgte eine „Suite für Akkordeonorchester“, eine Komposition des 1923 geborenen Komponisten Hans Boll. Auch dieses Stück in drei Sätzen spielt mit bekannten Elementen alter Musikformen aus der Barockzeit und modernen rhythmischen Brüchen. Der klassischen „Aria“ folgte eine rasante „Toccata“. Der dritte Satz, die Fuge “Fugato interotto e Corale” wäre in der Barockzeit so nicht vorstellbar gewesen. Abgebrochene Fugenläufe und ein dem Herzschlag nachempfundener pulsierender Rhythmus zogen das Publikum in seinen Bann.

 

Dass auch die „Jüngsten“ einen großen Auftritt in der Kirche meistern können, bewiesen die 10 Kinder der „Tastenbande“. Die Kinder, im Alter zwischen 8 und 11 Jahren, hatten mit ihrer Dirigentin Susanne Winkler ein „Zwergenkonzert“ vorbereitet. Das Stück, bestehend aus „Eröffnung“, „Tänzchen“ und „Ausklang“ begeisterte das Publikum und die „Bande“ erntete begeisterten Beifall

 

Im fliegenden Wechsel nahmen dann die Spieler des Schülerorchesters die Plätze ein. Das Orchester, unter der Leitung ihrer Dirigentin Karin Groß, zeigte dem Publikum, ebenso wie zuvor die Tastenbande, dass es bereits für die Unter- und Mittelstufe hervorragende und unterschiedlichste Stücke für ein Konzert in der Kirche gibt.

 

Das Schülerorchester hatte die „Suite contraire“ vorbereitet. Ein, wie der Titel schon bezeichnet, kontrastreiches Stück in vier Sätzen, das vor 300 Jahren als Kirchenstück undenkbar gewesen wäre. Eine Mischung aus Alt und Neu mit musikalischen Fugen, die sich penetrant wiederholen, einer klassischen Air und einer Melodie der Comedian Harmonists.

 

Nachdem bis hierhin nur neuere Kompositionen für Akkordeonorchester aufgeführt worden waren, folgte nun ein klassisches Werk des „Urvaters“ der Kirchenmusik von Johann Sebastian Bach. Das Jugendorchester unter der Leitung ihres Dirigenten Eugen Sokolkov spielte das „Praeludium und Fuge in F“ aus „Acht kleine Praeludien und Fugen“. Ein Glanzpunkt des Abends war die Interpretation des Stück „Der Maien, der Maien“, von Werner Richter das vom Jugendorchester melodiös und gefühlvoll vorgetragen wurde.

 

Es war für alle Kinder und Jugendliche eine besondere Herausforderung und Freude in der Kirche zu musizieren.

 

Pfarrer Dr. Kümmerle brachte seiner Freude über den schönen Konzertabend in der Martinskirche zum Ausdruck und setzte mit einigen Worten den geistigen Impuls des Abends.

 

Im Anschluss spielte das 1.Orchester das „Adagio“ von Samuel Barber. Das sehr getragene Stück, das schon in vielen Filmen als Filmmusik verwendet wurde, sorgte für eine besinnliche Stimmung in der Kirche.

 

Abwechslungsreiches Konzert des HVG auf hohem Niveau in der Martinskirche GroßbottwarDer Höhepunkt des Abends war jedoch das bekannte „Konzert für Trompete in Es-Dur“ von Joseph Haydn. Das Konzert wurde an diesem Abend vom 1.Orchester und dem Trompeter Jan Epp aufgeführt. Jan Epp, Absolvent der Stuttgarter Musikhochschule und Mitglied des Symphonieorchesters in Osnabrück begeisterte das Publikum mit seiner Virtuosität auf der Trompete.

 

Das 1.Orchester beendete das Konzert mit dem „Präfugium Nr.1“ von Heinz Ehme. Heinz Ehme, der auch schon mit James Last arbeitete, verbindet in diesem Stück Praeludium und Fuge im Stile Bachs und unterlegt das Ganze mit einem leichten Schlagzeugrhythmus im typischen Ehme-Sound.

 

Das begeisterte Publikum bedankte sich mit lang anhaltendem Applaus. Als Zugabe spielte das 1.Orchester noch eine „Serenade“ von Derek Bourgeois. Das Orgelstück beschreibt den Weg zum Traualtar auf dem schon mancher aus dem Takt gekommen sein soll. Mit diesem schwungvoll interessanten Stück setzte das 1.Orchester einen neckischen, frechen Abschlusspunkt.

 

Der Abend fand mit vielen Gästen und Freunden des Vereins seinen kulinarischen und geselligen Ausklang im evangelischen Gemeindehaus.

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Sa, 19. April 2008

Bild zur Meldung

Weitere Meldungen