Grandioses Konzert mit mehr als 100 Mitwirkenden

Der Harmonikaverein Großbottwar-Oberstenfeld zeigt sein Können

 

Oberstenfeld. Der Harmonikaverein Großbottwar-Oberstenfeld hat erstmals unter seinem neuen Namen das Konzert zum 4. Advent bestritten. Im voll besetzten Oberstenfelder Bürgerhaus war bei der 18. Auflage von "Musik ist Trumpf" ein großartiges Konzert zu erleben.

 

Von Werner Fuchs

 

Es war ein grandioses Konzert - und zwar nicht allein wegen der großen Zahl der 100 Harmonikaspieler in den sechs Orchestern: Auch die Qualität stimmte, es gab hervorragende Leistungen zu hören. Besonders dem ersten Orchester unter Günther Stoll gelang mit seinen Darbietungen, den Funken aufs Publikum überspringen zu lassen, was auch an den schwungvollen Ansagen von Stoll lag. Das Publikum begleitete begeistert klatschend die Musikstücke. Stürmischer Beifall im voll besetzten Saal des Bürgerhauses in Oberstenfeld war an diesem Samstagabend immer wieder der Dank des Publikums an die gut gelaunten Spieler.

 

Der Vereinsvorsitzende Siegfried Groß freute sich in seiner Begrüßung über die von weither gekommenen Gäste und überreichte stolz der Schulrektorin Renate Väth von der Kleinbottwarer Schule an der Bottwar die Urkunde des Kultusministeriums Baden-Württemberg über die zustande gekommene Kooperation der Schule mit dem Harmonikaverein. Seit einem Jahr wird auf diese Weise Kleinbottwarer Schülern das Erlernen des Harmonikaspielens ermöglicht. Für ihren Kooperationseinsatz an den Schulen in Oberstenfeld und in Kleinbottwar dankte der Vorsitzende dann den Lehrenden Karin Groß, Susanne Winkler und Eugen Sokolkov.

 

Dass die jungen Anfänger schon gemeinsam in einem Orchester spielen können, bewiesen die 20 Schulkinder, als sie unter der Leitung ihrer Dirigentin Susanne Winkler dem Hamster, dem Schweinchen und der Katze gewidmete Musikstücke spielten. Zuuvor hatte das über 20 Mitwirkende zählende Jugendorchester unter Leitung von Eugen Sokolkov unter dem Titel "Frank Sinatra in Concert" Melodien vorgetragen, die der damalige Sonnyboy zu Welthits gemacht hatte.

 

Die Tastenbande, wie sich die fortgeschrittenen Kinder unter Leitung von Susanne Winkler nennen, hatte mit "Red Roses for a blue Lady" schon mit seinen Harmonikas Melodien des Komponisten Bert Kämpfert aufgespielt. Und bei "Voll cool", einem Arrangement von Luigi Palermo, schallte es aus dem Publikum überlaut zurück. Der Ansager Günther Stoll hatte sein Publikum in der Hand, wie sich wiederholt nach seinen effektvollen Anfeuerungsrufen zeigte.

 

Mit vier Sätzen bewies das von Karin Groß geleitete Schülerorchester ein gutes Können, und die HVG-Youngsters, eine fünfköpfige Gruppe ohne Dirigenten, begeisterte mit der ebenfalls zu einem Welthit gewordenen Beguine "Perfidia", einer südamerikaniischen Tanzmusik und der hörgefälligen "Sierra Morena" des bekannten Harmonikakomponisten Renato Bui.

 

Harmonikamusikanten im Rentenalter haben ebenfalls noch etwas auf dem Kasten. Das bewies das sogenannte Freizeitorchester unter Leitung von Eugen Sokolkov. Die Spieler widmeten sich bekannten Melodien der einstigen Comedian Harmonists wie "Ein Freund", "Mein kleiner grüner Kaktus", "Veronika, der Lenz ist da" und anderen. Höhepunkt des Abends war dann der Auftritt des großen ersten Orchesters. Es war mit Kesselpauke beim Schlagzeug, dem E-Piano, Gitarre und Perkussionsmachern verstärkt und wurde von Günther Stoll energiegeladen geleitet. Das Ensemble begann schwungvoll mit der "Samba de los Fingeros", leitete fetzig und von den Zuhörern klatschend begleitet von den "Back to the Sixties" über zu den Filmmelodien aus "Fluch der Karibik". Weiter ging es bis hin zum "New York Tango", einem Jazz-Stück, und den Udo-Jürgens-Melodien, die man als Höhepunkt empfinden konnte. Dem sehr amüsierten Publikum gefiel es jedenfalls, in den Refrain "Aber bitte mit Sahne" einzustimmen.

 

Als Zugabe gab es dann noch "Root beer rag", ganz im Stil eines klassischen Ragtimes wiedergegeben. Lange und stürmisch geriet der Beifall der Zuhörer, als sich sämtliche Mitwirkenden um Günther Stoll scharten und den vielen an dem gelungenen Konzertabend beteiligten Musikmachern dankten.

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Veröffentlichung

Mo, 22. Dezember 2008

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