Auch die Kultur soll zum Zuge kommen

Großbottwarer Vereine wollen frühzeitig in die Planungen zur neuen Mehrzweckhalle eingebunden werden

 

Großbottwar. Fest steht derzeit nur, wo eine neue Großbottwarer Halle als Ersatz für die Stadthalle entstehen soll. Trotzdem regen sich bei den örtlichen Kulturvereinen erste Sorgen: Sie wollen keine weitere Sporthalle, in der die Kultur nur in Nebenräumen stattfinden kann.

 

Von Dominik Thewes

 

Noch bevor sich der Gemeinderat Anfang Februar zunächst in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Abriss der Stadthalle und dem Bau einer neuen Halle beschäftigt hatte (wir berichteten), haben sich die örtlichen Kulturverreine des Themas angenommen. Bereits im Januar haben Vertreter des Winzerchores, des Harmonikavereins, des Bürgervereins Miteinander Attraktives Großbottwar (MAG) sowie der Stadtkapelle beschlossen, die "Interessen dieser Vereine im Hinblick auf eine sinnvolle Ausgestaltung der Halle anzumelden", wie sie in einem Schreiben an die Verwaltung und die Fraktionsvorsitzenden formuliert haben. Der CVJM-Posaunenchor hat sich diesen Forderungen angeschlossen.

 

Jetzt befürchtet Siegfried Groß, Vorsitzender des Harmonikavereins Großbottwar-Oberstenfeld(HGV), dass dieser Wunsch ungehört verhallen könnte. "Es ist die Sprache von einer Mehrzweckhalle und davon, dass der Sportstättenausschuss zur Ortsbesichtigung geht - das klingt nach einer Halle mit dem Schwerpunkt auf Sport."

 

Um dem vorzubeugen, wendet sich Groß mit einem offenen Brief an unsere Zeitung. "Was mich als Vorsitzenden des HVG entsetzt, ist daS offensichtliche Ignorieren der Anforderungen der kulturtreibenden Großbottwarer Vereine an eine neue Halle", schreibt Groß. Es sei an der Zeit, dass endlich auch die Kultur zum Zuge kommt. SchließIich stoße die Stadthalle längst an ihre Grenzen. "Für Veranstaltungen haben wir immer die Beleuchtungs-und Übertragungstechnik zukaufen müssen, was ins Geld ging", erzählt Groß auf Anfrage. Eine neue Halle brauche ebenso eine gute Akustik, wie eine moderne Bühnen- und Beleuchtungstechnik und schallgedämmte Nebenräume.

 

Darum fordern die Vereine: "Unser formuliertes Ziel ist die Konzipierung der Halle so, dass die kulturtreibenden Vereine ohne großen weiteren finanziellen und zeitlichen Aufwand in der Lage sind, kulturelle Veranstalltungen jeglicher Art durchzuführen".

 

Mit ihrem gemeinsamen Vorgehen ernten die Kulturtreibenden das Lob von Kämmerer Alexander Fleig. "Ich finde gut, dass die Vereine eine Linie verfolgen", sagt er. In einem Brief an die Vorsitzenden lässt die Stadtverwaltung darum heute wissen, "dass die kulturtreibenden Vereine von der Stadt Großbottwar frühzeitig in die Planungen einnbezogen und daran offen beteiligt werden".

 

Auch sei es mitnichten so, dass nur Ausschussmitglieder Hallen besichtigen. "Sie sollen gemeinsam mit der Verwaltung und den Planern ein grobes Konzept als Grundlage für die Tour des gesamten Gemeinderates erarbeiten", klärt der Stadtkämmerer auf.

 

Die Volksvertreter wollen sich schnellstmöglich informieren können. Geht es nach Fleig, steht der Entwurf darum bis Anfang März. Unklar sei, ob die Vereine bereits dann oder erst später in die Planungen einbezogen werden. Die Verwaltung präsentiert sich aber schon jetzt offen für deren Ideen. "Sollten Sie vorab Fragen oder Anregungen haben, könnnen Sie sich gerne an die Stadtverwaltung wenden", heißt es in dem Brief, der gestern das Rathaus verlassen hat.

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Veröffentlichung

Di, 24. Februar 2009

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