Akkordeon-Nachwuchs stellt Musikalität und Fingerfertigkeit unter Beweis

Harmonika-Verein Großbottwar richtet Bezirkswettbewerb aus - Ditzinger Duo gewinnt - Konzert der Preisträger am 16.Juli

 

GROSSBOTTWAR
So manche Eltern waren am Sonntag beim Bezirkswettbewerb für Akkordeon wohl nervöser als ihre Sprösslinge. Sie zupften dem Nachwuchs das Hemd zurecht und klopften ihm aufmunternd auf die Schulter. Zur Höchstnote "hervorragend" hat es dennoch nicht immer gereicht.

 

80 Akkordeonisten aus Stuttgart und dem Kreis Ludwigsburg kämpften in der Matern-Feuerbacher-Realschule als Solisten oder im Duo um die Punkte der Jury. In sechs Altersklassen wurde ein Sieger gesucht.

 

Mit Quetsche und Turnschuh

 

Gegen zehn Uhr war Manuel Duenas von der Akkordeonvereinigung Bietigheim in der Gruppe der 14- bis 15-Jährigen an der Reihe. Mit seinem weißen Akkordeon und weißen Turnschuhen betrat er das Klassenzimmer. Hinten am Fenster hörten die beiden Wertungsrichter, Eugen Hohnecker aus Ebersbach und Fritz Pilsl aus Neu-Ulm, aufmerksam zu. Manuel begann mit dem Piccolo Concerto von Renato Bui und ließ anschließend die Finger beim Czardas Nr. 1 von Vitorio Monti über die Tasten tanzen. Auch wenn es bei manch schneller Passage ein wenig hakte - Manuel blieb gelassen und setzte die Läufe von neuern an.

 

"Die Jury achtet im Grunde auf alles", erklärte der Bezirksvorsitzende Heinz Baitinger. Von der richtigen Sitzhaltung über die technische Fingerfertigkeit und dieDynamik bis hin zur Musikalität -maximal 50 Punkte können die Wertungsrichter vergeben. Dabei sind alle Stücke nach ihrer Schwierigkeitsstufe kategorisiert. "Wer ein leichteres Stück gut spielt, wird besser bewertet als jemand, der ein schwieriges Stück verhaut", so Baitinger. Wer mindestens 41 Punkte bekommt, erhält das höchste Prädikat "hervorragend".

 

Erstmals seit vielen Jahren hat der Harmonika-Verein Großbottwar (HVG) wieder einen Bezirkswettbewerb ausgerichtet. "Wir feiern in diesem Jahr - genau wie der Deutsche Harmonika-Verband - unser 75-jähriges Bestehen", sagt Bernd Schäfer, zweiter Vorsitzender des HVG. "Da hat sich das angeboten." Der Bezirk, zu dem die Stadt Stuttgart und der Kreis Ludwigsburg gehören, zählt 56 Akkordeon-Orchester mit insgesamt 5000 aktiven und passiven Mitgliedern.

 

Viele Vereine plagen allerdings Nachwuchssorgen. "Es gibt immer weniger Kinder, gleichzeitig wird das Freizeit-Angebot aber immer größer", so Bezirkschef Baitinger. Derartige Probleme hat der HVG indes nicht mehr, seit man vor knapp drei Jahren eine Kooperation mit den Haupt- und Realschulen in Großbottwar und Oberstenfeld ins Leben gerufen hat. In allen zweiten Klassen wird die Teilnahme an einer Akkordeon-AG angeboten. "Das kommt sehr gut an", so Schäfer.

 

Wiedersehen im nächsten Jahr

 

Besonders gut bei der Jury kam der Solo-Auftritt von Oleg Hidiatov aus Stuttgart an. Mit seiner Interpretation des Orgelpräludiums von Johann Sebastian Bach gewann er in der Gruppe der über 18-Jährigen. Bezirksmeister im Duo der Jahrgänge 1989 und 1990 können sich die beiden Ditzinger Akkordeonisten Markus Schwabe und Bernd Berauer nennen. Bis zum nächsten Jahr, wenn es den Titel zu verteidigen gilt.


Annette Kosakowski

 

Info: Die Gewinner des Wettbewerbs präsentieren sich am Sonntag, 16. Juli, um 11 Uhr bei einem Preisträger-Konzert in der Matern-Feuerbacher-Realschule in Großbottwar.

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Veröffentlichung

Fr, 16. Juni 2006

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