Von ganz heißen bis zu ganz leisen Tönen
Am Sonntagnachmittag sind die Stadtkapelle und die Alphornbläser Illnau-Effretikon sowie der Handharmonikaverein Großbottwar gekommen
Großbottwar. Nach dem großartigen Festzug am Sonntag haben der Harmonikaverein Großbottwar und die Stadtmusik Illnau-Effretikon im Festzelt für gute Laune gesorgt. Die Alphornbläser der Partnerstadt lieferten ein Kontrastprogramm mit weich und voll tönenden Klängen.
Von Helmut Schwarz
Als "eines der besten, auf das Großbottwar stolz sein darf", lobte der MAG-Motor Peter Traa das Orchester des Harmonikavereins Großbottwar. Dass der Verein "mit 1000 Spielern zwischen sechs und 70 Jahren" auch einer der größten ist, darauf verwies der Dirigent des Orchesters. Er fungierte am Sonntagnachmittag zudem als gewandter Moderator, der die Stimmung im Festzelt zum Kochen brachte.
Mit gleichem Elan brachte er seine Musikanten in Schwung. Sie servierten einen variantenreichen musikalischen Cocktail, verbreiteten Urlaubsstimmung mit italienischen Toptiteln, begeisterten mit lateinamerikanischen Rhythmen und schmeichelten sich mit Stücken wie "You'll be in my heart" in die Herzen der Zuhörer. Ob heißer Mambo oder schneidiger River-Kwai-Marsch, ob Geburtstagsständchen zum 80. Wiegenfest eines Besuchers oder die noch immer aktuellen Titel der schwedischen Poppgruppe Abba - das Puplikum "war dabei".
Mit weich und voll tönenden Klängen aus der Bergwelt vermittelte die Alphorngruppe aus der Schweizer Partnerstadt Illnau-Effretikon ein fantastisches Kontrastprogramm. Das traditionelle Ur-Instrument der Schweiz blasen zu können - mancher träumt davon. Dass der Name mit den Alpen nichtS zu tun hat, mag überraschen. Benannt ist es nach Alphornios aus Alexandrien, einem begabten Schafhirten, Kameltreiber und Tüftler, der unter anderem auch das Alphorn erfunden hat. Dass dieses urtümliche Blasinstrument in den Bergen heimisch geworden ist, liegt sicher an den guten akustischen Voraussetzungen. Vielleicht auch daran, dass mit den Alphörnern erfolgreich Bodennebel zu vertreiben sein soll. Auf jeden Fall ist es ein anspruchsvolles Instrument, das neben Horn und Mundstück den Einsatz von Lippen, Zähnen, Gesichtsmuskeln, Zunge, Lunge, Zwerchfell und Atemmuskulatur erfordert.
Mit der Stadtmusik aus Illnau-Effretikon unter Leitung der Dirigentin Monika Schütz kehrte wieder heiße Musik ins heiße Zelt zurück. Dass die in Harmoniebesetzung auftretende Kapelle - auch mit Susaphon ausge- stattet - den Umgang mit leisen Tönen ebenso beherrscht wie den "Big sound", stellte sie mit einem gepflegten Marsch zum Auftakt eindrucksvoll unter Beweis. Mit Jazz-Traditionals, Latino und Pop ging's rund - und es gab Szenenapplaus für die Solisten an Saxofon, Trompete und Klarinette. Die Zuhörer ließen sich von dem fulminanten Big-Band-Sound begeistern.
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