Das Publikum reagiert mit tosendem Applaus auf die Erstaufführung

Vier Orchester und eine Spielgruppe des Harmonikavereins Großbottwar-Oberstenfeld geben ein umjubeltes Konzert im Bürgerhaus - Reichlich Zugaben

 

Oberstenfeld Mit tosendem Applaus endete das Konzert der vier Orchester und einer weiteren Spielgruppe des Harmonikavereins Großbottwar-Oberstenfeld (HVG) im Oberstenfelder Bürgerhaus. Es zeigte sich wieder: Der HVG kann's einfach.

VON WERNER FUCHS

 

Klassische Musikvorträge auf hohem Niveau zeugen von jahrelangen, gleichbleibend guten Leistungen der Orchestermitglieder, die zweimal jährlich ihre großen Auftritte haben.

 

Und wieder überraschte der HVG mit musikalischen Neuerungen: Mit einem Soloauftritt des Musiklehrers Eugen Sokolkov und mit der Erstaufführung eines in Harmonikamusik übertragenen Orchesterstücks,das ursprünglich für eine Blasmusikkapelle komponiert worden war. Den Abend eröffneten die HVG Youngsters, die vor der Aufnahme ins 1. HVG-Orchester stehen. Sie waren mit einem Stück zu hören, das melodisch Landschaftsbilder aus den USA beschrieb. Das zweite Stück, „Rondo“, hat der Österreicher Franz Reinl nach einer badisch-pfälzischen Volksweise geschrieben und manch einer hörte das einst zum Gassenhauer gewordene "Ich ging einmal spazieren" daraus heraus. Wie immer kündigte Günther Stoll wortgewandt und informativ die einzelnen Stücke an.

 

Musiklehrerin Susanne Winkler zeigte mit ihrer ,,Tastenbande", dass auch dem Nachwuchs das Spielen in einem größeren Ensemble Spaß macht.

 

Eine Sonderklasse war der Soloauftritt von Eugen Sokolkov, dem Musiklehrer und Leiter des Jugendorchesters, der zwei Prüfungsstücke seines bevorstehenden künstlerischen Abschlusses an einer Schweizer Musikschule vorspielte: die Sonate in B-Dur des Italieners Scarlatti und die Toccata in d-moll von Bach.

 

Fast schien es als halte das Publikum den Atem an, während es dem virtuosen Spiel Sokolkovs lauschte, dessen Hände in unglaublicher Schnelligkeit nur so über die Knöpfe seiner Harmonika flogen. Und alles spielte er natürlich auswendig.

 

Das Schülerorchester, das unter Leitung von Karin Groß mit zwei Stücken aufwartete, führte die Zuhörer wieder zur Orchestermusik zurück, ebenso das Jugendorchester, das unter Leitung von Eugen Sokolkov neben einer Würthner-Ouvertüre die Micro-Suite Nr. 2 von Wolfgang Russ-Plötz aufführte. Sie gewissermaßen als Generalprobe für den anderntags stattfindenden Waldbronner Musikpreis gedacht.

 

Nach der Pause spielte Günther Stoll mit seinem 1. Orchester hervorragend klassische Stücke, angefangen von "Italienische Villanesken" des Akkordeonkomponisten Adolf Götz über die Suite "L’Arlesienne" von Georges Bizet bis zu den symphonischen Impressionen "Spring" von Matthias Seibert.

 

Das Publikum forderte stürmisch Zugaben und bekam unter anderem den bekannten britischen Marsch „Pomp and Circumstance“ zu hören. Knapp Hundert Mitwirkende hatten einen exzellenten Konzertabend gestaltet.

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Veröffentlichung

Di, 20. April 2010

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