Unvergessliche Momente der Musik

Musikalische Uraufführung mit einem Stück von Adolf Götz bereichert das Harmonika-Konzert "Musik ist Trumpf"

 

Großbottwar. Mit einem grandiosen Unterhaltungsabend unter dem Motto "Musik ist Trumpf" hat der Harmonika-Verein Großbottwar (HVG) seine Veranstaltungsreihe zu seinem 75-Jahr-Jubiläum beendet. Gespielt wurde auch eine Komposition von Adolf Götz.

 

VON WERNER FUCHS

 

Das Jubiläumsjahr hat im Januar mit einem musikalischen Festakt begonnen und hat sich mit zahlreichen Veranstaltungen das ganze Jahr über fortgesetzt. Nun haben sechs Orchester nochmals eins draufgesetzt mit einer musikalischen Krone: Die Harmonika-Legende Adolf Götz (68) widmete dem HVG die eigens für ihn geschaffene Komposition "Moments of music", die am Samstagabend in der überfüllten Stadthalle seine Welturaufführung hatte.
 

 

Für die Harmonikafreunde aus dem Bottwartal ist die jährliche Musikveranstaltung des HVG, "Musik ist Trumpf", immer wieder ein besonderes Erlebnis. Und das nun schon zum 16. Mal, seit Günther Stoll das erste HVG-Orchester leitet, den Abend jeweils organisiert und als humorvoller Ansager durch das Programm führt.

 

Siegfried Groß, der Vorsitzende des HVG, hieß die Besucher und besonders den aus Hersbruck angereisten Komponisten Adolf Götz willkommen. Mit südamerikanischen Melodien - von dem gebürtigen Großbottwarer Adolf Deuschle für Harmonika bearbeitet - begann das musikalische Menü. Dann folgten die jüngsten Spieler und Spielerinnen, rund 30 Schulkinder aus den Grundschulen von Oberstenfeld und Großbottwar, welche in einer Kooperation mit dem Verein in der Schule dieses Instrument erlernen. Auf dem Stuhl sitzend reichten bei manchen die Füße nicht einmal auf den Boden, aber ein kleines Liedchen spielen konnten sie. Dafür gab es herzlichen Beifall. Gemeinsam anfangen und zusammen und gleichzeitig wieder aufzuhören sei schon eine Leistung, kommentierte Stoll und schmunzelte.

 

Susanne Winkler folgte mit den Akkordeon-Rackern, die einen Tiroler Ländler und "American-Melody" zum Besten gaben. 25 Nachwuchsspieler im Schülerorchester unter Leitung von Karin Groß zeigten ihr Können und verliehen dem Stück bei den Rhythmen des bekannten "Guantanamera" - zum Teil kostümiert und mit Sombreros auf dem Haupt - eine besondere Note.

 

Mit dem fast ebenso starken Jugendorchester gab Eugen Sokolkov beim HVG seinen Einstand, der die Nachfolge des in seine ukrainische Heimat zurückgegangenen Oleg Grötzinger als Dirigent angetreten hatte. Bei drei Stücken mit Filmmelodien, einem Jazzklassiker und einem Swing war ein sehr gutes Spielen zu erleben.

 

"Ältere Jugendliche", so meinte Stoll, zeigten im Freizeitorchester ihr Können. Sie präsentierten eine "Schlagerparty 70" nach einer Bearbeitung des langjährigen Vereinsdirigenten Harald Rausch. Bei diesem Stück wurde eine alte diatonische Handorgel mit Knöpfen bespielt.

 

Höhepunkt das Abends war natürlich wie immer das 30 Köpfe zählende erste HVG-Orchester unter Leitung von Günther Stoll, welcher für die ersten Musikvorträge Melodien von Johann Sebastian Bach und Mozart - jeweils für Harmonika bearbeitet - ausgewählt hatte. Nach dem in den 80er Jahren modernen Stück "Rosanna" folgte als Uraufführung das vom anwesenden Komponisten Adolf Götz geschaffene "Moment of music". Dabei handelt sich um eine wechselvolle musikalische Komposition. Diese könne er sich auch teilweise zusammen mit einem Chor gesungen vorstellen, kommentierte Götz. Er berichtete dem Publikum von der Entstehungsgeschichte des Stücks.

 

Zum Schluss dann präsentiert das Orchester "Christmas Festival" - Weihnachtsmelodien, einmal etwas anders vorgespielt. Riesenapplaus gab es für die musikalischen Vorträge dieses Orchesters, bei dem Christoph Arndt mit der Gitarre und Harald Sigle am elektronischen Klavier begleitete und Gerd Hirsch und Kevin Wildermuth am Schlagzeug die Takte lieferten. Es war ein grandioses und teilweise furioses Musikerlebnis für alle.

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Veröffentlichung

Mo, 18. Dezember 2006

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