Mitreißendes Konzert begeistert die Zuhörer
Oberstenfeld Der Harmonika-Verein Großbottwar-Oberstenfeld überzeugt beim Auftritt im Bürgerhaus. Von Werner Fuchs
Wieder einmal haben die vier Orchester und eine weitere Spielgruppe des Harmonika-Vereins Großbottwar-Oberstenfeld (HVG) ihr großartiges Können unter Beweis gestellt. Ihre Vorträge gefielen dem Publikum: Die Zuhörer überschütteten die Amateure förmlich mit Beifall.
Die klassischen Musikvorträge auf hohem Niveau zeugen von jahrelang gleichbleibenden guten Leistungen der Orchestermitglieder. Sie treten zweimal jährlich vor heimischem Publikum auf. So auch wieder am Samstagabend im voll besetzten Saal des Oberstenfelder Bürgerhauses. Und wieder überraschte der HVG mit musikalischen Neuigkeiten: mit einem Soloauftritt des Musiklehrers Eugen Sokolkov und einer Erstaufführung eines in Harmonikamusik übertragenen Qrchesterstücks, das für eine Blasmusikkapelle komponiert war.
Den Konzertabend begannen die HVGYoungsters, eine Spielgruppe fünf junger Damen und eines Jungen, die vor ihrem Eintritt in das erste HVG-Orchester stehen. Die Youngsters waren mit einem Stück zu hören, das Landschaftsbilder aus den USA beschrieb.
Wie immer besorgte Günther Stoll wortgewandt und informativ die Ansage der einzelnen Stücke. Die Musiklehrerin Susanne Winkler zeigte mit ihrer „Tastenbande", dass auch dem Nachwuchs künftiger Or'chestermitglieder das Spielen in einer größeren Gruppe Spaß macht.
Er spielte zwei Prüfungsstücke seines bevorstehenden künstlerischen Abschlusses an einer Schweizer Musikschule vor. Man konnte glauben, das Publikum hielte den Atem an, als es das virtuose Spiel von Sokolkov verfolgte. Dessen Hände flogen teilweise in unglaublicher Schnelligkeit nur so über die Knöpfe seiner Harmonika. Und alles war auswendig, ohne Noten, gespielt. Eindrucksvoll die Toccata, welche Bach für das Cembalo komponierte und typisch Bach'sche Orgelklänge heraushören ließ.
Das dann nachfolgende Schülerorchester, das unter Leitung von Kann Groß mit zwei Stücken aufspielte, führte die Zuhörer wieder zur Harmonika-Orchestermusik zurück. Erst recht dann das Jugendorchester, das unter Leitung von Eugen Sokolkov neben einer Würthner-Ouvertüre die 1984 komponierte „Micro-Suite Nr.2“ von Wolfgang Russ-Plötz aufführte, gewissermaßen als Generalprobe des anderntags beim 7. Waldbronner Musikpreis in der Mittelstufe vom Jugendorchester zu spielende Wettbewerbsstück. Entsprechender Beifall ließ da auf einen Preis hoffen. Beim Wettbewerb errang das Orchester mit 29 Punkten dann auch die Wertung "sehr gut".
Nach einer Pause spielte dann Günther Stoll mit seinem ersten Orchester hervorragend klassische Stücke. Zugaben aus den Stücken und dem bekannten britischen Marsch der Royals "Pomp and Circumstance" waren vom hingerissenen Publikum stürmisch gefordert worden. Etwa hundert Mitwirkende hatten einen exzellenten Konzertabend gestaltet.
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