Möglichkeiten des Instruments ausgereizt

Oberstenfeld Das Konzert des Harmonikavereins Großbottwar-Oberstenfeld ist Anziehungspunkt gewesen. Von Werner Fuchs

 

Rund hundert Musiker in vier Orchestern und zwei Gruppen des Harmonikavereins Großbottwar-Oberstenfeld (HVG) haben unter dem Motto "Musik ist Trumpf' am Samstag rund 350 Zuhörer im Bürgerhaus bestens unterhalten. Die vorgetragenen Lieder aus Pop, Film und Musical waren dabei weit entfernt von der einstigen Ziehörglermusik aus der Vereinsgründungszeit im Jahr 1931. Alle Stücke sind neu einstudiert worden.

 

Frank Feix, der zweite Vorsitzende des HVG, begrüßte die Besucher, unter denen sich die beiden Bürgermeister Reinhard Rosner aus Oberstenfeld und Ralf Zimmermann aus Großbottwar sowie Heinz Baitinger, der Vorsitzende des Harmonikabezirks Stuttgart-Ludwigsburg, befanden. Begonnen hatte das abwechslungsreiche Programm das unter der Leitung von Eugen Sokolkov spielende Jugendorchester mit dem rhythmischen "Techno Time" des Zeitgenossen und Trossinger Klassikers Hans-Günter Kölz, gefolgt von" Trixie Dixxie" von Alexander Jekic und "Melodia en la menor" mit Fragmenten argentinischer Tangorhythmen des vor 18 Jahren verstorbenen Bandoneonspielers Astor Piazzolla. Susanne Winkler führte ihre den ,,Akkordeon- Racker" und anschließend die "Tastenbande" spielende Zöglinge vor, lauter acht- bis zehnjährige Kinder, die meist in den bestehenden Kooperationen mit den Schulen in Großbottwar und Oberstenfeld das Spielen auf der Harmonika erlernen.

 

Karin Groß hatte mit ihrem Schülerorchester eine musikalische Zeit reise in der "Villa Timecode" des Musikpädagogen Jürgen Schmieder und den Melodien von Kölz vorbereitet, deren abenteuerliche Geschichte von Knut und Lucie Anna-Lena Stein erzählte und das Orchester in wechselhaften Melodien aufspielte. Begeistert dann vom Publikum aufgenommen das Freizeitorchester mit seinen Darbietungen "Let's Go Boogie" und der bekannten Schlittenfahrtmelodie des Leroy Anderson. Sie bewiesen, dass die teilweise im Rentenalter stehenden Spieler und Spielerinnen noch lange nicht zum alten Eisen zählen.

 

Höhepunkt natürlich dann nach der Pause das 34-köpfige Erste Orchester mit seinem Dirigenten Günther Stoll. Er führte in launigen Worten durch das Programm und vermittelte die Inhalte der einzelnen Musikstücke. Zu hören gab es die gesamte Bandbreite der mit Harmonikas machbaren Orchestermusik, sei es "Sway" von Wolfgang Ruß arrangiert, das emotionale "Revirado" von Piazzolla oder die anspruchsvolle Filmmusik aus "Der Herr der Ringe". Einmal mehr hat der HVG bewiesen, dass er zu den Führenden im großen Bezirk Stuttgart-Ludwigsburg zählt.

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Veröffentlichung

Mo, 20. Dezember 2010

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