"Ohne Nachwuchs geht es nicht weiter"
Der Harmonikaverein Großbottwar hat ein Orchester mit zwölf Schülern aus Akkordeon-AGs gebildet
Großbottwar. Der Harmonikaverein Großbottwar hat ein fünftes Akkordeonorchester gegründet. Die zwölf jungen Musiker stammen aus Arbeitsgemeinschaften der Grundschulen in Oberstenfeld und Großbottwar. Seit vier Jahren kooperiert der Verein mit den Schulen.
Von Tanja Capuana
"Musik fördert die kognitive Fähigkeit", sagt Siegfried Groß, der Vorsitzende des Harmonikavereins Großbottwar (HGV). Auch das Konzentrationsvermögen profitiere davon. Aus diesem Grund hat der Musikverein das mittlerweile fünfte Akkordeonorchester gegründet. Die zwölf Teilnehmer sind Dritt- und Viertklässler der Schulen in Großbottwar und Oberstenfeld.
Etwa 40 Prozent der Schüler bleibt dem Akkordeon spielen treu
Seit vier Jahren organisiert der HGV in Großbottwar eine Akkordeonarbeitsgemeinschaft an Schulen. Ein Jahr später folgte die Zusammenarbeit mit der Grundschule in Oberstenfeld. "Jedes Jahr bieten wir in der zweiten Klasse eine AG an", erzählt Groß. "Das ist ein Akkordeonunterricht in der Gruppe von November bis März. Der Kurs ist bis auf eine kleine Leihgebühr für das Instrument gratis", sagt Susanne Winkler, die Leiterin und Ausbilderin des neuen Ensembles.
Die Idee zur Kooperation mit den Lernanstalten stammt von Siegfried Groß. "Vor zehn Jahren habe ich bemerkt, dass es fast keine Schüler mehr in der Ausbildung gibt", sagt er. "Jugend ist wichtig. Ohne Nachwuchs geht es nicht weiter." Ziel ist, die Kinder längerfristig fürs Musizieren zu begeistern und gleichzeitig als Vereinsmitglieder zu rekrutieren. Da Musik auch die motorischen Fähigkeiten der Kinder schult, überzeugte der Verein die Rektoren, an einem Strang zu ziehen. Etwa 40 Prozent der Sprösslinge wolle über den Workshop hinaus dem Spielen treu bleiben. "Die Kinder haben die Chance zu schauen, ob das Musizieren etwas für sie ist", sagt Groß. Wer danach weitermachen möchte, gehe in den Verein.
Den Großteil der Unterrichtskosten an der Schule übernimmt der Verein
Dieses Mal wollten 30 Kinder mit der Musik fortfahren. Sieben Akkordeonspieler wurden in das Schülerorchester übernommen. "Wir haben uns überlegt, wenn wir das Potenzial haben, ’warum führen wir dann kein Orchester ein, dass vom Niveau unterhalb des Schülerorchesters liegt’", berichtet Susanne Winkler. "Mit zwölf Spielern fangen wir an." Seit vergangenem Montag proben die jungen Musiker von 17 Uhr an eine Stunde lang kindgerechte Unterhaltungsstücke. "Ich denke, es macht ihnen Spaß", sagt die Musikerin.
"Das Kultusministerium bezuschusst das Projekt während des fünfjährigen Kooperationsvertrags", sagt Groß. Der Löwenanteil der Gebühren für Lehrer und Noten geht aber zu Lasten der Vereinskasse. Vom kommenden Jahr an wird der Harmonikaverein die Kosten des Unterrichts allein übernehmen. "Wir machen auch ohne Zuschüsse weiter", betont Siegfried Groß. Im ersten Jahr habe der Verein laut Groß einen Gönner gehabt. "Es wäre schön, einen Dauersponsor zu finden."
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