Barocke Töne auf der Handharmonika

Solist Eugen Sokolkov begeistert das Publikum beim Frühjahrskonzert des HVG


Großbottwar

 

Dem Wonnemonat Mai galt das Frühjahrskonzert des Harmonikavereins Großbottwar (HVG), das am Samstagabend in der vollbesetzten Stadthalle vor einem aufmerksamen Publikum stattfand.

 

VON WERNER FUCHS

 

Entsprechend war auch die Auswahl der eher unbekannten konzertanten Musikstücke, welche die vier HVG-Orchester in ihrem Programm hatten. Nach der Begrüßung durch den HVG-Vorsitzenden Siegfried Groß eröffneten die fünf "HVG-Youngsters" mit einer " Suite nach niederländischen Volksweisen" den Konzertabend. Herolds "Ouverture viennois" spielten dann die Fünf als eine Huldigung an die Stadt Wien.

 

Grandioses musikalisches Können bot anschließend als Solist der seit elf Jahren in Steinheim lebende und aus Kasachstan stammende Eugen Sokolkov (25), der als Absolvent der Hochschule für Tonkunst in Darmstadt sein Prüfungsstück aus der "Französischen Suite Nr.6" von Bach meisterlich zelebrierte. Dass barocke Orgelmusik auch auf Harmonika gefällt, bewies der tosende Beifall. Dann spielte Eugen Sokolkov einen Satz aus "Karpaten – Suite Nr. 2" von Vladimir Zubitsky. Auch dieses in unglaublicher Perfektion, die Finger flogen förmlich über die Tasten. Sokolkov zauberte Musik, die in ihrer wechselnden Klang- und Tonfülle beeindruckte und bei welcher sich die Zuhörer ganz gut die raue Landschaft der Karpaten vorstellen konnten.

 

Das 27 Köpfe zählende Schülerorchester unter der Leitung von Karin Groß und die 14 Mitglieder des von Eugen Sokolkov geleiteten Jugendorchesters zeigten beeindruckend, dass es um den musikalischen Nachwuchs des HVG gut bestellt ist. Angespornt werden die Jungen durch ihre beiden Lehrer und Dirigenten und ihr Vorbild, das 1. HVG-Orchester. Dieses ließ unter der Führung seines Dirigenten Günther Stoll wieder ausgezeichnete Harmonikamusik mit Variationen zu dem Lied " Komm, lieber Mai" von A.Overbeck und der Melodie von Mozart erklingen. "Visionen der Nacht" von Hansjörg Staudacher war nicht nur ein neues Musikstück, es wurde in Anwesenheit des Komponisten gespielt, der sich anschließend dem Orchester und Publikum vorstellte. Das Orchester trumpfte dann noch mit "Die diebische Elster" auf, wobei Günther Stoll nicht die elektronische Software des Finanzamts, sondern die Oper von Gioacchino Rossini als letztes Stück ankündigte.

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Veröffentlichung

Di, 15. Mai 2007

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