Die Orchester zeigen ein beachtliches Können
Der Harmonikaverein Großbottwar präsentiert seinen Leistungsstand bei einem Konzert in der Stadthalle
Großbottwar. Dem Harmonkaverein Großbottwar (HVG) hat sein Publikum einmal mehr zu begeistern gewusst. Zum Konzert in der Großbottwarer Stadthalle waren am Samstagabend rund dreihundert Besucher gekommen. Sie belohnten die Musiker mit reichlich Beifall.
VON WERNER FUCHS
Konzertante Harmonikamusik war angesagt, vier Orchester boten sie hervorragend dar. Erstaunlich ist, dass so viele Jugendliche des Vereins mühevoll Musikstücke lernen, sie einüben und schließlich aufführen. Für die Interpretation der größtenteils unbekannten Stücke erhielten sie den Beifall der Zuhörer als Anerkennung und Dankeschön.
Die "HVG-Youngsters", eine fünfköpfige Gruppe, eröffnete mit einer Folge niederländischer Volksweisen, ein Wechselspiel von Lied und Tanz. Es folgte die "Ouverture viennois" von Herold, ein Bekenntnis zu Wien. Was die Gäste dann zu hören bekamen, stellte eine bis dahin einmalige Klasse dar: Der aus Kasachstan stammende, seit elf Jahren in Steinheim lebende Eugen Sokolkov zelebrierte, ohne Noten vor sich spielend, fünf Sätze aus der " Französischen Suite Nr.6" von Johann Sebastian Bach. Der 25-Jährige führte in anschaulicher Form vor, dass Bachs barocke Orgelmusik auch auf einer Harmonika unverwechselbar zu erleben ist.
Virtuos wirkten dabei die über die Knöpfe fliegenden Finger beider Hände. Es war das musikalische Prüfungsstück des Absolventen der Hochschule für Tonkunst in Darmstadt. Auch das Solo aus "Karpaten-Suite Nr.2" von Vladimir Zubitsky ermöglichte den Zuhörern ein außergewöhnliches Musikerlebnis. Die wechselhafte Musik in Melodie, Klang- und Tonfülle ließ die Gäste in ihrer Vorstellung die raue Karpatenlandschaft erahnen. Ein stürmischer langer Beifall war der Dank des Publikums für das außergewöhnliche Können Zubitskys.
Karin Groß präsentierte anschließend ihr Schülerorchester. Es spielte fünf Stücke der "Suite elementaire", bewies flottes spielerisches Können, was die Schüler voller Stolz zeigten. Das Jugendorchester unter der Leitung des sympathischen, jetzt ein Jahr hier wirkenden Eugen Sokolkov ließ mit "Kontraste" ein Wechselspiel von Lied und Tanz erklingen und zeigte mit "Kleine Summerei über ein Bienenlied" des Altmeisters Adolf Götz ein beachtliches Können.
Ohne Pause folgte dann das erste Orchester, das unter ihrem langjährigen Dirigenten Günther Stoll spielte. Das Orchester widmete sich dem Wonnemonat Mai und spielte in einem Frühlingskonzert das "Komm lieber Mai" in Variationen. Nach den in drei Sätzen gespielten "Visionen der Nacht" stellte der Komponist Hansjörg Staudacher dem Publikum sich und das Orchester vor. Für die zauberhaften Melodien nahmen die Musiker lebhaften Beifall entgegen. "Die diebische Elster" von Rossini war dann der glanzvolle Abschluss des Konzertabends. Als Zugabe ließ Günther Stoll, der sich wieder als gewandter und humorvoller Moderator zeigte, nochmals sein in der Höchststufe spielendes Orchester mit "Komm lieber Mai" hören, um dann das Publikum dieses Lied zusammen mit Orchester singen zu lassen.
Am Schlagzeug schlugen an diesem Abend Simon Bäuerle und Kevin Wildermuth den Takt, während Johannes Reiner ebenso gekonnt das E-Piano bespielte.
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