Fetzige Akkordeonklänge aus aller Welt sind Trumpf
Orchester und Ensembles des Harmonikavereins gestalten beeindruckendes Jahreskonzert - Kooperation mit Schulen zeigt Erfolge
Oberstenfeld Der seit über 75 Jahren bestehende Harmonikaverein Großbottwar-Oberstenfeld (HVG) ist nicht nur im Harmonikabezirk Stuttgart-Ludwigsburg einer der Besten, er hat auch ein treues Publikum. Das zeigte das Konzert am Samstagabend im Oberstenfelder Bürgerhaus, zu dem 350 Besucher kamen.
VON WERNER FUCHS
Dass dem so ist, verdanken die HVGler vor allem Günther Stoll, dem Leiter des 1. Orchesters. Er und seine Musiker verstehen es, mit moderner Musik und zeitgenössischen Kompositionen und Arrangements zu unterhalten.
Eugen Sokolkov eröffnete mit seinem Jugendorchester und dem Stück "Techno Time" des Zeitgenossen Hans-Günther Kölz den großen Unterhaltungsabend, der unter dem Motto "Musik ist Trumpf" Harmonikaklänge aus aller Welt vereinte. Alle Stücke waren eigens für diesen Abend einstudiert worden. Zwei weitere Stücke von Alexander Jekic und Astor Piazzolla gefielen den Zuhörern und zeigten gute Nachwuchsspieler auf dem Weg ins 1. Orchester.
Auch die dann als "Akkordeon-Racker" und "Tastenbande" auftretenden Kinder und Jugendlichen zeigten unter der Leitung ihrer Ausbilderin Susanne Winkler, dass sich der Verein um seinen Nachwuchs keine Sorgen machen muss. Die Kooperation im Unterrichtsfach "Harmonika", mit den Schulen in Großbottwar und Oberstenfeld zeigt mit diesen Ensembles beste Erfolge. Das bewiesen munter gespielte Stücke wie "Purzelbäume", "Im Galopp", Moon River" oder "Tour de Rock".
Deutlich fortgeschrittener dann das unter der Leitung von Karin Groß spielende Schülerorchester, mit 20 Jugendlichen ebenfalls gut besetzt. In sieben Sätzen gaben sie die von Hans-Günther Kölz und dem Musikpädagogen Jürgen Schmiedel musikalisch geschaffene "Villa Timecode" zum Besten. Anna-Lena Stein erzählte dazu die abenteuerlichen Geschichten, die Knut und Lucie in diesem verfallenen Geisterhaus erleben.
Unter dem Motto Let's go Boogie" zogen die 17 Spielerinnen und Spieler des Freizeitorchesters vom Leder und demonstrierten ausgezeichnet, dass sie - obwohl schon teilweise im Rentenalter - beim HVG noch lange nicht zum alten Eisen zählen. Leroy Andersons bekannte "Schlittenfahrt", perfekt und mit klingenden Glöckchen untermalt, war eine Huldigung an die gegenwärtige Schneelandschaft.
Die zweite Hälfte des über zweistündigen Programms gehörte dann dem 1. Orchester, das mit einem von Wolfgang Ruß arrangierten Tanz namens "Sway" jazzend begann, mit einer emotionalen "Revirado" von Astor Piazzolla zu Melodien aus dem Film "Herr der Ringe" überleitete und den "Englishman in New York" folgen ließ. Bei dem Hitmix "Boney M" und dem Schlussstück "Samba Party" gerieten die Zuhörer ganz aus dem Häuschen, klatschten mit und spendeten stehend Beifall. "Daddy Cool", "Sunny", "Brown Girl in the Ring" und "Rivers of Babylon" waren mehr als nur Ohrwürmer.
Günther Stoll und seine Musiker verstanden es, das Publikum zu fesseln. Stoll erwies sich zudem als charmanter Unterhalter und Moderator.
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