Glanzvolles Konzert mit dem Harmonikaverein
Fünf Orchester spielen im Oberstenfelder Bürgerhaus - Rund 400 Zuhörer lassen sich mitreißen
Oberstenfeld. Mit musikalischen Höchstleistungen hat der Harmonikaverein Großbottwar (HVG) am Samstag sein Können unter Beweis gestellt. Insgesamt saßen 118 Musiker im Bürgerhaus auf der Bühne und unterhielten rund 400 Zuhörer mit abwechslungsreicher Musik.
Von Werner Fuchs
Mit einer jahrhundertealten jiddischen Tanzmelodie eröffnete das Jugendorchester unter der Leitung von Eugen Sokolov den Konzertabend und ließ bekannte Blues-Brothers-Melodien folgen. Zuvor hatte Siegfried Groß, der Vorsitzende des HVG, die Besucher begrüßt. Er dankte den Ausbildern, welche in den Orchestern und der seit April spielenden Tastenbande, wie die Jüngsten des Vereins genannt werden, die musikalische Erziehung übernommen haben.
Der Verein lege großen Wert auf gute Jugendarbeit, deshalb werde mit den Schulen in Oberstenfeld, Großbottwar und neuerdings auch Kleinbottwar in Musikarbeitsgruppen das Harmonikaspielen gelernt. "In den letzten Jahren hat der Verein rund 90 Musikinstrumente beschafft", stellte Groß dazu nicht ohne Stolz fest. Das junge Orchester Akkordeon-Racker mit rund 20 Spielenden zeigte dann unter der Leitung von Susanne Winkler mit Fritz Stirnemanns Zirkusmusik in drei Sätzen sein fortgeschrittenes Können. Sie führte auch die Tastenbande zur Premiere. Die zehn Neulinge meisterten schon die drei Sätze der "Akkordeon-Zwerge" von Alexander Jekic. "Hits für Kids", eine Bearbeitung des früheren Oberstenfelder Orchesterleiters Harald Rausch, waren unter Leitung von Karin Groß mit bekannten Liedern wie "Pippi Langstrumpf", "Biene Maja" und "Benjamin Blümchen" zu hören.
Mit den folgenden "Hits im Big-Band-Sound" und Bert Kaempferts "Strangers in the Night" zeigten die im Freizeitorchester zusammenspielenden ehemaligen Aktiven, dass sie immer noch gut mithalten und auftreten können. So gefielen in ihrem einwandfreien Spielen die Songs wie "American Patrol", "My Darling Clementine" oder "Song of India" und "Little Bown".
Günther Stoll, der sich wieder einmal mehr mit launiger Moderation bewährte, eröffnete nach einer Pause mit dem von ihm geleiteten ersten HVG-Orchester mit dem rhythmischen US-Stück "Route 66" den zweiten Teil des Konzerts. Als Nächstes ließ er "Rosen aus dem Süden" von dem Komponisten Johann Strauß erklingen. Schwungvoll majestätisch vom großen, 30 Mitwirkende zählenden Orchester aufgespielt.
Voll von Stoll gefordert wartete das Orchester dann mit der "Tarantella arrabiata" auf, einem ungemein schnell zu spielenden Musikstück von Hans-Günther Kölz. Günther Stoll hatte, wie auch die anderen Orchesterleiter, ausnahmslos neue Musikstücke einstudiert. Damit wollte er dem Motto des Konzerts "Musik ist Trumpf" gerecht werden. Großartig erklangen dann von Jimmy Webb "Mac Arthur Park" und brasilianische fetzige Melodien mit "The Girl from Ipanema" und "Mas que nada".
"Wenn es draußen kalt ist, bringe ich heiße Musik", spottete Stoll als Moderator. Und so war es denn auch. Mit den von seinem Orchester im Samba-Rhythmus gespielten Melodien brachte er das Publikum zum Mitklatschen, die Begeisterung fand keine Grenzen, und Pfiffe taten ein Übriges. Die Zugabe mit "Mas que nada", zu Deutsch mehr als nichts, war grandios.
Lobend äußerten sich auch Heinz Baitinger, der Vorsitzende im Harmonikabezirk Stuttgart-Ludwigsburg, und der Kapellen- und Orchesterleiter José Mali, die auch unter den zahlreichen Gästen des Konzertabends weilten.
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