Anspruchsvolle Akkordeonmusik ist Trumpf beim Harmonikaverein

80-jähriges Bestehen wird am Samstag mit einem Jubiläumskonzert gefeiert - Nachwuchsarbeit profitiert von der Kooperation mit den Schulen - Fünf Ensembles
GROSSBOTTWAR
(red) - Der Harmonikaverein Großbottwar-Oberstenfeld feiert am Samstag, 16. April. seinen 8O. Geburtstag mit einem Konzert unter dem Motto ,,80 Jahre HVG“.Vier Orchester werden die Zuhörer mit konzertanter Musik von Adolf Götz bis Edvard Grieg verwöhnen.
Der „Harmonika-Klub Großbottwar“ wurde am 1.Oktober 1931 von acht begeisterten Handharmonikaspielem gegründet. Damals gab es noch kein mehrstimmiges Orchesterspiel, wie man es heute kennt. Alle Solisten spielten gemeinsam Melodie mit Bassbegleitung. Die seinerzeit gespielten diatonischen Handharmonikas erzeugten noch unterschiedliche Töne bei Zug und Druck im Gegensatz zu den heutigen Instrumenten.
Ein erstes großes Konzert gab der Verein im Jahre 1936 zur Einweihung der Genossenschaftskelter in Großbottwar. Das Vereinsleben kam dann während des Krieges zwischen 1939 und 1945 zum Erliegen. Nach der Wiedergründung im Jahre 1946 startete das Vereinsleben von Neuem. Zum Dirigent wurde seinerzeit Eugen Weischedl bestellt. Man veranstaltete Jahresfeiern, bereichert durch Auftritte der HVG-Theatergruppe, gemeinsame Wanderungen standen auf dem Programm und man begab sich auch erstmalig zum Preisspielen. Zur Probe kamen die Musiker damals noch mit dem Handwagen oder dem Fahrrad.
In den darauffolgenden 20 Jahren 1951 bis 1970 entwlckelte sich der "Harmonika-Verein Großbottwar" zu einem wichtigen Faktor im kulturellen Leben des Weinbaustädtchens. Die damaligen Vorstände waren sehr rege in der Mitgliederwerbung, so dass der Verein 1957 erstmalig mehr als 100 Mitglieder verzeichnete. Auch die Kameradschaft wurde intensiv gepflegt mit Ausflügen, Wanderungen und Besuchen befreundeter Vereine, aber auch Teilnahmen an Preisspielen.
Im Jahre 1958 übernahm Günther Schober den Dirigentenstab und die Ausbildung, so dass 1965 ein Jugendorchester und 1967 ein Schülerorchester gegründet wurde. Geübt wurde in der ehemaligen Waschküche der Schule in Großbottwar. Weil der Raum stark hallte, wurde er mit Eierkartons ausgekleidet.
Auch zwischen 1971 und 1990 stieg die Zahl der Spieler stetig, so dass der Verein 1977 bereits 80 Aktive unter seinen Fittichen hatte. Hinzu kam der Ehrgeiz der Dirigenten, die Orchester auf höchstes musikalisches Niveau zu führen. Das 1. Orchester wurde mehrmals Bezirksmeister Stuttgart-Ludwigsburg in der Höchststufe. Ebenso wurden mit den Orchestern mehrfach Rundfunkaufnahmen beim SWR aufgezeichnet. Eine 25 Jahre währende Partnerschaft mit Kuppenheim im Badischen sowie Konzertreisen ins französische Poitiers beflügelten und prägten die musikalischen Fähigkeiten der Spieler. 1985 wurde dann das Freizeitorchester gegründet und 1987 erstmals eine Jugendvertretung gewählt.
1991 hat Günther Stoll das Amt des Dirigenten übernommen, er feiert in diesem Jahr sein20-jähriges Jubiläum beim HVG. Gemeinsam mit dem Vorstand entwickelte er das heutige Veranstaltungskonzept mit Konzertbestuhlung und Moderation. Im Frühjahr steht regelmäßig ein Konzert mit Schwerpunkt auf konzertanter Musik auf dem Programm und im Dezember ein großer Unterhaltungsabend unter dem Motto "Musik ist Trumpf" mit anspruchsvoller Unterhaltungsmusik.
Ein besonderes Augenmerk widmet die Vereinsführung der Nachwuchsförderung und bildet aktuell über 70 Kinder und Jugendliche aus. Zahlreiche Nachwuchsmusiker kommen zum HVG, weil sie den Verein durch die seit vielen Jahren bestehende Kooperation mit den Grundschulen in Oberstenfeld, Kleinbottwar und Großbottwar kennen.
Der HVG unterhält heute drei Orchester mit Jugendlichen, das Freizeitorchester und das 1. Orchester mit insgesamt mehr als 90 Akkordeonisten. Unterstützt wird die Jugendausbildung durch einen aktiven Jugendausschuss, der in diesem Jahr zu einem Jugendwochenende auf Burg Steineck einlädt.
Der Harmonika-Verein Großbottwar-Oberstenfeld ist stolz darauf, einer der größten und erfolgreichsten Akkordeonvereine im Großraum Stuttgart zu sein .
Info: Das Jubiläumskonzert beginnt am Samstag, 16. April, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus in Oberstenfeld. Die drei Jugend- sowie das 1. Orchester führen sowohl Originalkompositionen für Akkordeon wie beispielsweise "Patchwork" von Hans-Günther Kölz oder "Ouverture Furiant" von Altmeister Adolf Götz auf, als auch Arrangements klassischer Werke wie die "Peer Gynt Suite" von Edvard Grieg.
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