... und Falten, wo man nur hinsieht
Oberstenfeld
Der 80. Geburtstag des Harmonikavereins ist mit einem Konzert im Bürgerhaus gefeiert worden. Von Helmut Schwarz
Mit konzertanter Musik aus verschiedenen Epochen demonstrierte der Harmonikaverein Großbottwar-Oberstenfeld anlässlich seines 80. Geburtstages in einem eindrucksvollen Konzert die Bandbreite des Akkordeons als einem der jüngsten Instrumente der Musikgeschichte. Mit Blick auf den Balg des Handzuginstruments stellte der HVG das Jubiläum unter das Motto ". . . und Falten, wo man nur hinsieht", was als "Falten für Musik, Freude und 80 Jahre Erfahrung" gedeutet wird, wie ein interessantes Informationsblatt zum Jubiläum zum Ausdruck bringt. Im voll besetzten Saal des Oberstenfelder Bürgerhauses, wo der Vorsitzende Siegfried Groß den HVG als einen der größten und auch erfolgreichsten Akkordeonvereine im Großraum Stuttgart vorstellte, begrüßte er unter anderem auch die beiden Ehrenvorsitzenden Herbert Bruker und Hans Rausch. Er streifte kurz die Geschichte des 1931 gegründeten "Handharmonika-Klubs Großbottwar" bis zum heute interkommunalen HV Großbottwar-Oberstenfeld, der mit aktuell über 70 betreuten Jugendlichen und in Kooperation mit den Schulen intensive Nachwuchsarbeit leistet und mit insgesamt mehr als 90 Akkordeonisten verschiedene Orchester unterhält. Dem Dirigenten Günther Stoll dankte er für seinen Einsatz seit zwei Jahrzehnten "für dauerhaft höchstes Niveau".
Die Anfänger unter der Leitung von Susanne Winkler, das Jugendorchester und die Schüler unter Eugen Sokolkov und Karin Groß sowie das von Günther Stoll souverän geführte erste Orchester bestätigten den hervorragenden Leistungsstand und die bemerkenswert vielseitigen Möglichkeiten für den Einsatz des Instrumentes.
Dynamische Darbietung der Jugend
Die Jüngsten in der Tastenbande - sie werden nach Aussage Stolls "von ihrer tollen Dirigentin" einfühlsam an konzertante Musik herangeführt - bestätigten dies mit alten Formen wie Kanon, Menuett und Rondo von Karl Fegers und neuen Inhalten wie etwa dem "Kleinen Durcheinander" von Alexander Jekic.
Dynamisch und rhythmisch bereits ausgereizt die Darbietung des Jugendorchesters. Das Stück "Patchwork" von Hans-Günther Kölz bot von der plakativen Intrada über Ballett, Walzer und Chill-out bis zum opulenten Finale "Treibjagd" eine bunte Fülle verschiedener Klangfarben. Dem konnte sich das starke Schülerorchester - ebenso präzise agierend und fein abgestuft musizierend - mit bekannten Melodien wie "La-Le-Lu" und "Medium-Beat" nur anschließen. Mit der "Ouvertüre Furiant" von Adolf Götz, der von Fritz Dobler für Akkordeon bearbeiteten "Peer-Gynt-Suite" von Edvard Grieg, "Reisebildern vom Balkan" von Hans Boll und die von Walter Maurer arrangierte "Nabucco"-Ouvertüre präsentierte sich das erste Orchester. Bei den Sätzen "Morgenstimmung", "Anitras Tanz" und "In der Halle des Bergkönigs" ("Peer-Gynt-Suite") erwies sich das Akkordeon in der Bearbeitung als adäquates Instrument, das sich natürlich in den Klangfarben der Originalkompositionen in variablen Möglichkeiten auszeichnen konnte. Den riesigen Beifall konterte das Orchester mit entsprechenden Zugaben.
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