Ein Abend im Zeichen von acht Jahrzehnten Musik
Harmonika-Verein Großbottwar-Oberstenfeld feiert rundes Jubiläum - Qualität auf hohem Niveau - Auch der Nachwuchs überzeugt
OBERSTENFELD
80 Jahre und Falten, wo man nur hinsieht - so feierte der Harmonika-Verein Großbottwar-Oberstenfeld (HVG), am Samstagabend sein rundes Jubiläum mit einem Konzertabend im Zeichen anspruchsvoller Musik. Die Resonanz war riesig: Im Bürgerhaus Oberstenfeld blieb kaum ein Platz frei.
VON STEFAN FRIEDRICH
Im Großraum Stuttgart ist der HVG eine feste Größe, was die musikalische Arbeit mit dem Akkordeon als Instrument angeht. Zum 80-Jahr-Jubiläum wollte sich der Verein am Samstagabend musikalisch und informell ein wenig näher vorstellen: musikalisch mit vier der fünf Orchester des Vereins auf der Bühne, informell in Form einer Tafel mit Bildern aus 80 Jahren Vereinsgeschichte im Foyer.
In einem Rückblick zu Beginn des Konzerts ließ der Erste Vorsitzende des HVG Siegfried Groß, die letzten acht Jahrzehnte Revue passieren. Acht Jahrzehnte, in denen der HVG Großes geleistet hat - darunter diverse Rundfunkaufnahmen, Konzertreisen und viele Veranstaltungen, die nicht nur bei den Freunden des Vereins bis heute in bester Erinnerung geblieben sind.
Spaß ist immer mit dabei
Vor allem die musikalischen Qualitäten zeichnen den HVG bis heute aus. Die Ansprüche sind hoch, ohne dass der Spaß am Instrument dabei verloren geht. Von lockerer Popmusik bis anspruchsvoller Klassik reicht das Repertoire, in das vier Orchester des HVG am Samstagabend Einblicke gewährten.
Allein schon die Jugend hinterließ einen positiven Eindruck, auch wenn die Auswahl der Stücke zunächst eher modern angelegt war. Nicht einfach für den Nachwuchs, dem beim polyphonen Spiel höchste Konzentration abverlangt wurde. Sowohl das Jugendorchester unter Eugen Sokolkov mit einer Patchwork-Suite als auch die Tastenbande unter Susanne Winkler mit der "kleinen Durcheinander-Suite" wussten zu überzeugen.
Das Schülerorchester mit seiner Dirigentin Karin Groß setzte den Mix aus Balade ("Day Dream") und Evergreen ("La le lu"). Ein gelungener Auftakt seitens des Nachwuchses, bei dessen Stückauswahl übrigens auch Günther Stoll, seit 20 Jahren Chefdirigent des Ersten Orchesters, beratend Einfluß nimmt. Während der Jugend am Samstagabend also die modernen Klänge vorbehalten waren, widmete sich das Erste Orchester ganz der symphonischen Musik.
Für ein Akkordeonorchester ist ein solches Ansinnen nicht automatisch eine einfache Aufgabe. Es bedarf einer besonderen technischen Versiertheit und einer großen Erfahrung, die das Erste Orchester zweifelsohne mitbrachte.
Auf dem Programm standen unter anderem mit der beliebten "Peer-Gynt_Suite" und der Ouvertüre zu Verdis "Nabucco" zwei erlesene Werke der klassischen Literatur, deren großartige Klangpracht und -vielfalt das Erste Orchester in beeindruckender Weise gerecht wurde. Günther Stoll, der als Dank für seine langjährige Treue zum Verein ein Wellness-Wochenende genießen darf, hat seine Musiker wieder einmal glänzend auf das Konzert vorbereitet.
Diese Jubiläumsvorstellung erbrachte den endgültigen Beweis: Auch mit Falten im Instrument lässt sich auf hohem Niveau wunderbar Musik machen - so wie es der HVG seit vielen Jahrzehnten pflegt.
Weitere Informationen
Veröffentlichung
Bild zur Meldung
Links
Weitere Meldungen

Kommt zum Fest am Bach am 4. bis 6. September!
Do, 20. August 2026

Akkordeon-AG in Oberstenfeld
Do, 13. August 2026