Vorträge der Orchester wurden mit viel Beifall bedacht

Unter dem Motto »Musik ist Trumpf« begeisterte der Harmonikaverein Großbottwar seine Gäste in der Stadthalle.

 

GROSSBOTTWAR. Höhepunkt im Vereinsgeschehen des Harmonikavereins Großbottwar (HVG) ist alljährlich seine Veranstaltung am Vorabend des letzten Advents. So auch jetzt wieder und schon zum 14. Mal unter dem Motto »Musik ist Trumpf« am Samstagabend in der voll besetzten Stadthalle, angekündigt als großer Unterhaltungsabend. 

 

Das war er auch, aber nicht nur groß, sondern auch bunt in seiner musikalischen Vielfältigkeit mit allen Stilrichtungen. Und das gefiel den knapp 400 Zuhörern, die begeistert Beifall klatschten, als sie die schwungvollen Musikstücke hörten, die von sechs Orchestern dargeboten wurden.

 

Der HGV-Vorsitzende Siegfried Groß freute sich bei seiner Begrüßung über die große Besucherschar, die aus dem ganzen Bottwartal gekommen war. Er berichtete auch von Vereinsaktivitäten und besonders über eine erfolgreiche Jugendarbeit. So sei im vergangenen Jahr in Großbottwar mit der Grund- und Hauptschule eine AG gegründet worden. Mit 18 Schülern wurde damals ein Lernprogramm begonnen, das jetzt mit 20 Schülern aus Oberstenfeld, acht Schülern aus Gronau und weiteren vier aus Prevorst habe erweitert werden können. Dafür dankte der Vorsitzende besonders Karin Groß und Susanne Winkler.

 

Zugleich rührte der Vereinschef die Werbetrommel mit der vom HVG gestarteten Aktion »Mitglieder werben Mitglieder«, bei der es für jedes gewonnene Mitglied eine beachtliche Prämie gebe.

 

Musikalisch begann der Unterhaltungsabend mit »Happy Music« von James Last, gespielt von den »HVG-Youngsters«. Es sind die zehn jüngsten Spielerinnen und Spieler aus dem ersten HVG-Orchester, von denen auch noch »Chinatown« und der Latino-Sommerhit des Jahres 1989, »Llorando se fue« von Gonzales zu hören war. Ulrike Wolf zeigte mit ihren zehn »Akkordeon-Rackers«, dass auch Anfänger gemeinsam Musik mit der Harmonika machen können - selbst wenn auf dem Stuhl sitzend, die Füße der Knirpse noch nicht auf den Boden reichen. Dafür setzte sich der Nachwuchs eine rote Zipfelmütze auf, während er seine Weihnachtslieder dem Publikum darbot.

 

Mit zwei Dutzend Spielern dann das Schülerorchester, das unter Leitung von Karin Groß mit Hansi und seinem Zauberfahrrad einen musikalischen Reisebericht durch die Länder Österreich, Italien, Marokko, Spanien, Frankreich und wieder zurück nach Deutschland mit typischen Landesmelodien spielte, von denen selbst arabische Musik nahezu echt erklang. Das ebenso stark besetzte Jugendorchester zeigte unter seinem Leiter Oleg Grötzinger beachtliches Können mit drei Musikstücken und animierte das Publikum zum Mitklatschen, als Melodien von Freddie Mercury mit »Crazy little thing called love« aufgespielt wurde.

 

Lieblinge des Publikums waren die elf Spieler des »Freizeitorchesters«, in dem der 60-jährige Winfried Scheffler als Ältester kräftig mitspielte. Die Formation gefiel mit »Ivanica«, einer typischen slowenischen Melodie, und erst recht mit »Just a gigolo«, vom langjährigen HVG-Dirigenten Harald Rausch für Harmonikaorchester bearbeitet, das mit viel Beifall aufgenommen wurde. Oleg Grötzinger als Orchesterleiter traf dabei die richtige Musikauswahl, um die noch aktiven Senioren bei musikalischer Lust und Laune zu halten.

 

Nach einer Pause, in der es Lose zu kaufen und viel zu gewinnen gab, füllte das 30-köpfige erste HVG-Orchester die Bühne. Es widmete sich nach der Beethoven-Sinfonie-Melodie »Celebration« mit dem Medley »Cabaret« stilvoll den Melodien der 20er Jahre. Leiter Günther Stoll, der auch als Moderator unterhaltsam durch das Programm führte, hatte mit dem einstigen Welterfolg »The Bee Gees«, mit »Morricone Spezial« von Ennio Morricone, dem »Everything I do« und Swingmelodien von Robbie Williams beste Unterhaltungsmusik erstklassig und fehlerfrei dargeboten. Das Arrangement zeigte sorgfältige Einstudierung. Das gut besetzte Harmonikaorchester war mit dem E-Gitarristen Christoph Arndt, mit Michael Karbach am elektronischen Piano, Schlagzeuger Ingo Schmidinger und weiteren Instrumenten klangvoll ausgestattet und konnte eine knappe Stunde lang ein aufmerksames Publikum fesseln. Als Zugabe erklangen Weihnachtsmelodien, zu denen auch mitgesungen werden konnte. 

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Veröffentlichung

Di, 21. Dezember 2004

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