"Musik ist Trumpf - das Motto beim HVG am 20. Dezember 2003"
Beim Weihnachtskonzert überzeugten die einzelnen Orchester - Musikausbildung wird groß geschrieben
Wenn der Harmonikaverein Großbottwar (HVG) seine Mitglieder und Freunde der Harmonikamusik zu einem Konzert in die Stadthalle lädt, dann ist diese garantiert auch voll. So war es auch jetzt wieder am Samstag. Zum 13. Mal stand Günther Stoll auf der Bühne und dirigierte das große HVG-Orchester.
Der Stadthallensaal war bis auf den letzten Platz besetzt. Siegfried Groß, der Vorsitzende des HVG, freute sich bei seiner Begrüßung über die große Besucherschar. Unter den Gästen auch der Bezirksvorsitzende Baitinger neben weiteren Vertretern befreundeter Harmonikavereine aus dem bezirk Stuttgart-Ludwigsburg.
Wir bringen viele Kinder und Jugendliche in eine hervorragende Musikausbildung, und als jüngstes Projekt sind unsere Ausbilder an der Akkordeon AG der Grund- und Hauptschule mit zwölf Teilnehmern beteiligt, verkündete stolz der Vorsitzende, in dessen Verein über 60 Aktive musizieren und der keinen Nachwuchsmangel kennt.
Und wie begeistert die Jugendlichen Harmonikamusik machen, zeigte sich zum Programmanfang, als die zum Jugendorchester gehörende siebenköpfige HVG-Youngsters den Konzertabend eröffneten. Von der spanischen "Sierra Morena" über Reinhard Meys "Über den Wolken" bis hin zu den englischen Marionetten "Puppet on a string" spannten sie einen weiten musikalischen Bogen. Begeistert bei der Sache auch das Dutzend Spielerinnen und Spieler der Anfängergruppe, die mit Kinderliedern aufwarteten. Da summte und sang auch das Puplikum bei "Hänschen klein" und "Hänsel und Gretel" mit.
Stattlich präsentierte sich das Schülerorchester, das unter der Leitung von Karin Groß flotte Klänge aus der Karibik, eine Komposition von Hans-Günther Kölz und Jürgen Schmieders "Voll Cool" spielte. Modern auch das Jugendorchester unter der Leitung von Oleg Grötzinger, das mit "Modern Talking" Musik von Dieter Bohlen vorstellte und mit zwei weiteren poppigen Stücken zu hören war. Auch für diese über zwanzig Spielerinnen und Spieler gab es reichlich Beifall.
Anschließend dirigierte Oleg Grötzinger das Freizeitorchester des HVG, das im Vorjahr nicht aufgetreten war. Daß die zwölf Spielerinnen und Spieler ganz schön was aus Ihrem Kasten holen, stellten sie mit dem "Viehaustrieb" aus der Rocky Mountains-Suite nach einer Bearbeitung von Kurt Herold, dem Begründer des Swinging Sounds der Harmonikamusik und einstigen Mundharmonikavirtuosen, unter Beweis. Mit einer Beguine, einem Cha-Cha und einer Samba aus der Suite Latin heimsten die Akkordeonspielerinnen und Spieler, unter ihnen Edith Feil als einzige mit einer diatonischen Handorgel voller Knöpfe, einen Riesenbeifall ein.
Günther Stoll plauderte zwischen den Musikstücken als unterhaltsamer und schlagfertiger Moderator. Dem Puplikum von ihm ans Herz gelegt auch die Mitgliederwerbung, die in der Pause gestartet wurde und für die auf einem Gabentisch verlockende Preise ausgestellt waren. "Für unsere Aufgaben reichen unsere 270 Vereinsmitglieder nicht aus, wir benötigen weitere Förderer", so Stoll, der gleichzeitig für ein besonderes Kirchenkonzert am 24. April in der Großbottwarer Martinskirche warb. Und siehe da, wenig später konnte er von Neuaufnahmen berichten, die spontan erfolgt waren. "Der HVG ist eine große Vereinsfamilie", sagte Dirigent Günther Stoll. Dass es in den Orchestern ähnlich ist, war offensichtlich, denn alle DIrigenten und Dirigentinnen spielten im Ersten Orchester mit - auch der Vereinsvorsitzende selbst, sowie seine Frau, die das Schülerorchester leitet und dazu noch Sohn Michael und Sohn Andreas.
Stolls großer Auftritt mit dem rund 30 Mitglieder zählenden Orchester: Schwarz gekleidet mit roten Fliegen oder Schals, bot das große Akkordeonorchester auch fürs Auge ein prächtiges Bild auf der weihnachtlich geschmückten Bühne. Doch noch eindrucksvoller die Musik des Ersten HVG-Orchesters, das dem Akkordeon eine weitere Vielfalt an Instrumenten im Orchester zur Seite stellte. Die Ergänzug durch elektronische Orgel oder auch E-Gitarre überzeugte. Paul Ryans "Eloise" gefiel dabei ebenso wie ein Medley italienischer Pop-Hits der 60er Jahre oder Twist im Viervierteltakt "3*Trini Lopez" und auch "Gilbert O'Sullivan in Concert". Grandios die "Bohemian Rhapsody" von Freddy Mercury, in der alles zu hören war, was das Orchester hergeben konnte. "Take Five" war das Schlussstück und auch die Zugabe des hervorragend aufspielenden Orchesters bestätigte: "Musik ist Trumpf!". Seinem Motto ist der HVG auch dieses Mal gerecht geworden.
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