"Konzert auf hohem Niveau - Stürmischer Beifall für Akkordeon-Musiker"

Die HVG-Orchester zeigten Querschnitt ihres Könnens - 15-jähriges Nachwuchstalent Michael Groß ließ aufhorchen

 

Im großen Saal des Bürgerhauses Oberstenfeld konzertierten am Samstagabend die Orchester des Harmonikavereins Großbottwar (HVG). Sie machten dabei wie schon seit vielen Jahren den Oberstenfeldern ihre Empfehlung als überdurchschnittlich gute Akkordeonspieler. 

Viele Oberstenfelder lernen auch beim HVG das Akkordeonspielen. Und wie zu hören und zu sehen war, macht das gemeinsame Musizieren der knapp 60 Aktiven in den 3 Orchestern offensichtlich Freude, was bei den drei hoch qualifizierten Orchesterleitern auch kein Wunder ist. Mit dem vielseitigen Angebot von klassischer Konzert- und Akkordeonmusik bis hin zu volkstümlichen Weisen wurde ein überaus aufmerksames Publikum ausgezeichnet unterhalten, das während des zweistündigen Programms immer wieder mit stürmischem Beifall den Spielern und Spielerinnen für deren gekonnten Einsatz dankte. 

Siegfried Groß stellte sich nach 20-jähriger Stellvertretertätigkeit als neuer Vereinsvorsitzender des HVG vor und begrüßte die zahlreich gekommenen Gäste aus nah und fern. Einen großen musikalischen Gruß über bald zwanzig Minuten entboten dann Günther Stoll und sein Erstes Orchester mit der "Ballet-Suite" in vier Sätzen von Hans Brehme, einem Musikhochschuldozenten, der eigens das Stück für Akkordeonorchester komponierte. In dem mit Marsch, Tango, Intermezzo und Tarantella in klassischer Form durchsetzten Stück zeigte das 20 Spielerinnen und Spieler zählende Orchester hervorragendes Können. Günther Stoll, der auch den ganzen Abend über unterhaltsam moderierte, hatte seinem Orchester ein sehr solides musikalisches Rüstzeug vermittelt. 

Mit dem "Zwergenkonzert" und "Kleines Märchenbuch", jeweils in vier Sätzen gespielt, war dann das 22 Köpfe zählende Schülerorchester unter Leitung von Karin Groß zu hören. Erst am Vormittag hatte es beim "Akkordeonfestival Regional 2003" in Freiberg unter 30 Orchestern beim Wertungsspiel mit der Note "sehr gut" einen zweiten Platz erspielt. Stürmischer Beifall war der Dank des Puplikums für diese großartige Leistung am Vormittag und für den Musikvortrag an diesem Abend in Oberstenfeld. 

Anschließend fühlte sich das Puplikum in eine Kirche versetzt. Es war ein Orgelkonzert zu hören, vieltönig und brausend unter der Leitung von Oleg Grötzinger hier das perfekte Spiel. "Kleine Präludien und Fugen" von Johann Sebastian Bach waren zu hören und mit "L'Inverno" folgte dann ein von Grötzinger selbst arrangiertes Stück. Der am Kiewer Konservatorium ausgebildete Vollblutakkordeonist bildet eine Vielzahl der HVG-Spielerinnen und Spieler aus und noch weiter fort. Er sorgt damit für hervorragenden Nachwuchs. Mit "Melodia en la menor" war hier Akkordeonspiel in bester Form zu hören - schwermütig und dann wieder mit überaus rhythmischem Schwung, ein klassisches Akkordeonstück von Astor Piazolla. 

Und dass es dem HVG nicht an Nachwuchs fehlt, zeigte eine Handvoll HVG-Youngsters mit zwei jeweils mehrsätzigen Suiten. Eine Glanznummer jedoch war als Einlage das Solospiel des 15-jährigen Michael Groß aus Winzerhausen mit dem Stück "Spirituoso" von Muzio Clementi, der beidhändig spielend zeigte, dass die Bässe des Akkordeons erst perfekte Akkordeonmusik ausmachen. Ein überaus talentierter junger Musiker. Doch das ist eigentlich kein Wunder bei so musikalischen Eltern, dem HVG-Vorsitzenden Siegfried Groß und der, das Schülerorchester dirigierenden, Mutter Karin Groß. Auf die musikalische Weiterentwicklung des hoch begabten Michael darf man also gespannt sein. 

Abschließend trumpfte nochmals das Erste HVG-Orchester auf. Es beendete mit der "Irischen Suite" und dem Wiener Walzer "An der schönen blauen Donau" das anspruchsvolle Programm dieses Abends. Erneut stürmischer Beifall für die überzeugende Leistung der Musiker. Es schloss sich eine teilweise Wiederholung des so berühmten und beliebten Straußwalzers als Zugabe an, ehe sich anschließend viele Mitglieder und Konzertbesucher in dem vom Gasthaus Krone in Gronau bewirteten Lokal des Bürgerhauses zusammenfanden, um den Abend ausklingen zu lassen.

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Veröffentlichung

Sa, 02. Juni 2001

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