"Konzert auf hohem Niveau"
Harmonikaverein überzeugt sein Puplikum - Routinierte Musiker
Konzertante Akkordeonmusik auf hohem Niveau bot der Harmonika-Verein Großbottwar (HVG) den Zuhörern im Oberstenfelder Bürgerhaus. Die vier Ensembles sorgten für einen orchestralen Genuss.
Ein Höhepunkt gleich zu Beginn des Konzerts: Das erste Orchester stellte sich mit der Balett-Suite von Hans Brehme einer echten Herausforderung. Es meisterte das fulminante und qualitativ hochwertige Werk bravourös. Die einzelnen Sätze wurden richtig gehend gelebt: Festlich der Marsch, melancholisch-traurig der Tango, ruhig das Intremezzo und temperamentvoll die Tarantella.
Frühe Nachwuchsförderung
Beim HVG wird früh mit der Nachwuchsförderung begonnen: In Eltern-Kind-Gruppen werden schon die Jüngsten von zwei Jahren an behutsam an die Musik herangeführt. Das Schülerorchester der 9- bis 12-Jährigen gab typische kindgerechte Melodien zum Besten. Spielte ein Zwergenkonzert und schlug ein kleines musikalisches Märchenbuch auf. Damit erreichten sie den zweiten Platz beim Wertungsspiel in der Elementarstufe in Freiberg mit der Note "Sehr gut".
Etwas weiter ist das Jugendorchester. Es machte sich an Adaptionen großer Komponisten heran: Präludium und Fuge in F-Dur von Johann Sebastian Bach, Vivaldis Winter aus den "Vier Jahreszeiten". Souverän interpretierten die Teenager die Klassiker und versprühten zum Abschluss südamerikanisches Flair mit "Melodia en la menor" von Astor Piazolla. Ein virtuoses Solo legte der 15-jährige Michael Groß hin. Feurig und rasant spielte er das Spirituoso von Muzio Clementi.
Auf der Schwelle zum ersten Orchester stehen die HVG-Youngsters. Sie hatten sich zwei mittelschwere Kompositionen vorgenommen: Drei kleine Feiermusiken von Hugo Hermann und die Micro-Suite von Wolfgang Ruß-Plötz. Hier ging es auf eine Reise durch die Zeit. Vom mittelalterlichen Ständchen über den Blues bis hin zum Balkan-Tanz.
Danach betrat noch einmal das erste Orchester die Bühne. Altenglische Sätze mit Anklängen an die Barockzeit notierte Matyas Seiber auf das Notenpapier, das die Musiker perfekt zu Gehör brachten. Zum Ausklang wogten die Wellen von Walzerkönig Johann Strauß durch den Saal. Beschwingtes Ende eines schönen Konzertabends.
Orginale Akkordeonliteratur
Der musikalische Leiter, Günther Stoll, legt Wert darauf, dass der Schwerpunkt der Darbietung auf der orginalen Akkordeonlieteratur liegt. Dass ihm das gelingt, bemerkt man an der Routiniertheit der Musiker, die ohne Scheu auch an sehr anspruchsvolle Stücke herangehen. Klipp und klar werden bei den 80 Aktiven des HVG konzertante und unterhaltende Musik getrennt.
"Es ist die Gruppendynamik und die Herausforderung des Auftritts, was den Reiz am Akkordeon ausmacht", meint Siegfried Groß, Vorsitzender des HVG. Und die Begeisterung am musikalischen und gesellschaftlichen Erlebnis schwappte auch auf das begeisterte Publikum über.
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