Akkordeonnachwuchs: Ein guter Auftritt will gelernt sein

Beifall des Publikums ist den jungen Musikern des Handharmonikavereins Großbottwar-Oberstenfeld sicher - Kooperation mit Grundschulen zahlt sich aus

 

Großbottwar - von Luitgard Gröger

 

Was sie schon draufhaben, das haben die rund 40 Nachwuchsmusiker des Handharmonikavereins Großbottwar-Oberstenfeld beim Vorspiel in der Matern-Feuerbacher-Realschule demonstriert. Dabei wagten sie sich auch an schwierigere Stücke.

 

Vergleichsweise zahlreich sind die Nachwuchsmusiker des Vereins. "Dabei ist das Jugendorchester noch gar nicht mit dabei", sagte der Vorsitzende Wolfgang Matt. Mit diesen wären es 60 Jungmusiker. Doch auch so war das Foyer der Realschule gut gefüllt. Die Zuhörerreihen waren mit stolzen Eltern, Großeltern und Geschwistern voll besetzt.

 

So war den Jungmusikern der Beifall stets sicher, auch wenn der eine oder andere Ton mal danebenging oder das Spiel ins Stocken geriet. Schließlich ging es vor allem darum, dass die Kinder und Jugendlichen die Gelegenheit hatten, vor Publikum zu spielen - denn auch das muss gelernt sein. "Außerdem spornt das Vorspiel sie zum Üben an", berichtete Matt.

 

Die Aufregung und Anspannung vor und während ihrer Soloauftritte war den Nachwuchsmusikern anzusehen, ebenso die Erleichterung danach. Manche der jungen Akkordeonspieler traten aber auch im Duo auf. Zudem spielten die Tastenbande und das Schülerorchester. Während die Jüngeren eher einfache Weisen zum Besten gaben, wagten sich die Älteren bereits an schwierigere und anspruchsvollere Stücke. Dabei hatten die präsentierten Lieder eines gemeinsam: Sie waren modern und meist auch sehr schwungvoll. Die Liedauswahl orientiere sich am Geschmack der Kinder und Jugendlichen, erklärte Wolfgang Matt. "Man kann schon mal zwischenrein einen Ländler spielen, aber der reizt die jungen Musiker natürlich nicht so."

 

Doch wie kommt es überhaupt, dass der Handharmonikaverein so viele Nachwuchsmusiker anzieht mit einem Instrument, das eher in der Volksmusik als in den aktuellen Tophits zu finden ist?

 

Zum einen sei das Akkordeon ein sehr vielfältiges Instrument, mit dem sich Melodien der unterschiedlichsten Stilrichtungen spielen ließen, sagte Matt. Das sehe man auch an den Auftritten des ersten Orchesters des Handharmonikavereins. "Bei unserem Frühjahrskonzert spielen wir konzertante Stücke und bei ,Musik ist Trumpf´ haben wir mehr Unterhaltungsmusik vorgetragen." Zum anderen sei das Akkordeon einfach ein gutes Instrument für den Einstieg. "Noten, Rhythmus und Dynamik lassen sich damit gut üben."

 

Das zeige sich immer wieder bei den Kooperationen mit den Grundschulen in Großbottwar, Oberstenfeld und Kleinbottwar, die der Handharmonikaverein vor rund sechs Jahren initiiert hat. Nun profitiere man davon, dass man den Schülern dort von der zweiten Klasse an die Möglichkeit biete, in einer Arbeitsgruppe das Akkordeon kennenzulernen. "Seit den Kooperationen ist der Zulauf deutlich gestiegen", berichtete der Vorsitzende.

 

Welch musikalisches Potenzial in der Jugend des Vereins steckt, zeigte vor allem der Auftritt Robin Pantles. Mit seiner Eigenkomposition machte der 16-Jährige die Zuhörer sprachlos.

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Jugendvorspielnachmittag (SO, 11. November 2012)

in der Aula der Realschule in Großbottwar

Bilder vom Jugendvorspielnachmittag am 11. November

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Veröffentlichung

Do, 15. November 2012

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