Jugendorchester rocken ihre Akkordeons mit Percussion

„Musik ist Trumpf“ mit dem Harmonika-Verein Großbottwar-Oberstenfeld – Starke Jugend dank Kooperation mit drei Grundschulen im Bottwartal

 

Oberstenfeld - von Luitgard Gröger

 

„Musik ist Trumpf“, hat der Harmonika-Verein Großbottwar-Oberstenfeld (HVG) sein Konzert überschrieben, in dessen Verlauf spielten die Musiker allerdings gleich mehrere Trümpfe aus – mit jedem Auftritt eines HVG-Orchesters einen neuen.

 

Der erste Teil des HVG-Konzerts im Bürgerhaus ist fast gänzlich in der Hand der zahlenmäßig – aber auch musikalisch – starken Vereinsjugend gewesen. Heiter und beschwingt führten die Youngsters in den Abend ein mit einem Lied, das den mehr als 300 Zuhörern bestens bekannt gewesen sein dürfte: dem Titelsong der Sendung mit der Maus – ein generationsübergreifendes Lied für ein generationsübergreifendes Konzert. Insbesondere für ihr zweites Stück ernteten die Jugendlichen im Alter von 16 bis 17 Jahren vom Publikum laute Bravo-Rufe. Einer ihrer Mitspieler, Robin Pantle, hatte den „Song für Anna“ komponiert, ein ausdrucksstarkes Lied voller Gefühl. Mit dem brasilianischen Titel „Llorando Se Fue“ von Ulises Hermosa leiteten sie dann zum gemeinsamen Auftritt der Racker und der Tastenbande über, die mit „Samba Olé“ von Jürgen Schmieder ebenfalls mit lateinamerikanischen Rhythmen dem Publikum einheizten.

 

Gerade einmal sechs Jahre alt sind die Jüngsten von ihnen, die am Samstagabend das erste Mal mit ihren Akkordeons auf einer Bühne saßen. Die Anspannung war ihnen in ihren Gesichtern anzusehen, doch meisterten sie die Herausforderung, vor so einem großen Publikum zu spielen, hervorragend. Die etwas älteren Kinder der Tastenbande legten mit „Pop Kids“ von Hans-Günther Kölz noch einen peppigen Abschluss drauf. Mit dem Schülerorchester der Neun- bis 13-Jährigen, die ebenso wie die Racker und die Tastenbande unter der Leitung von Susanne Winkler spielten, konnten die Zuhörer musikalisch weiterreisen von Lateinamerika an die Nordseeküste. Denn unter anderem präsentierten sie das Lied „Der neugierige Wattwurm“ von Matthias Hennecke, das sie zudem mit Wurmfiguren humorvoll inszenierten. Das Jugendorchester unter dem Taktstock Eugen Sokolkovs brillierte anschließend nicht nur mit der „Glenn Miller Story“ von Georg Schwenk, sondern holte bei „The Final Countdown“ von Joey Tempest alles aus ihren Instrumenten heraus. Die Jugendlichen rockten ihre Akkordeons mit Unterstützung von Percussions und E-Gitarre.

 

Doch woran liegt es, dass der HVG so einen großen Zulauf an Kindern und Jugendlichen hat? Für den Vorsitzenden Wolfgang Matt ist das klar auf die Kooperationen mit den örtlichen Grundschulen zurückzuführen. Vor acht Jahren sei die erste mit der Grundschule in Großbottwar gestartet, es folgte Oberstenfeld und vor rund vier Jahren Kleinbottwar. Seither blieben pro Ort zwei bis vier Kinder „hängen“, berichtete Matt. Nicht zu vergessen sei aber auch die gute Jugendarbeit im Verein, ergänzte der musikalische Leiter Günther Stoll, der an diesem Abend auch durch das Programm führte. Der Jugendleiter Julian Weinmann organisiere einiges rund um die Proben an Ausflügen und Aktivitäten. „Das im Paket macht es aus. So ist die Jugend so stark, dass diese fähig ist, eine Stunde des Konzertprogramms alleine zu stemmen.

 

Denn erst dann hatte das Freizeitorchester Gelegenheit auch noch ein Stück beizutragen und mit dem Publikum weiter in den Wilden Westen der USA zu reisen. Während imposante Landschaftsaufnahmen auf einer Leinwand neben der Bühne vorüberzogen, steuerten die Musiker, dirigiert von Eugen Sokolkov mit „Oregon“ von Jacob de Haan die passenden monumentalen Klänge bei.

 

Den fulminanten Schlussakkord setzte im zweiten Teil des Konzerts das Erste Orchester unter der Leitung von Günther Stoll, das sich zu Percussionisten noch einen Pianisten als Unterstützung auf die Bühne holte. Besondere Erwähnung verdient das von Hans-Günther Kölz arrangierte Musical-Medley „Rocky in Concert“. Damit übertrafen sich die Musiker, die spielten als wäre der Teufel hinter ihnen her, nochmals selbst.

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Veröffentlichung

Mi, 18. Dezember 2013

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