Beeindruckende Akkordeonmusik erfüllt die Martinskirche

“Konzert in der Kirche – ein Abend anspruchsvoller Musik“ unter diesem Titel hatte der Harmonika-Verein e.V. Großbottwar-Oberstenfeld am Samstagabend, 10.05.2014, in die evangelische Martinskirche in Großbottwar eingeladen und war damit auf eine unglaublich positive Resonanz gestoßen. Rund 200 Besucher fanden den Weg in die Kirche und genossen einen wunderbaren musikalischen Abend. „Schön, dass Sie da sind.“, freute sich Günther Stoll. Der Musikalische Leiter des HVG führte das Publikum mit erläuternden Worten durch das abwechslungsreiche Programm, welches den Bogen von Klassik bis Modern schlug.

 

Den feierlichen Auftakt gestalteten die Yougsters mit „Präludium und Fuge in F-Dur“ von Johann Sebastian Bach. Das Ensemble aus sechs Akkordeonisten des Jugendorchesters spielte sehr gefühlvoll und mit erstaunlicher Fingerfertigkeit. Die Zuhörer waren vom ersten Ton an ergriffen und lauschten aufmerksam.

 

Nach der gelungenen musikalischen Einstimmung richtete Pfarrer Norbert Braun einige Worte an die Musiker und ihre Gäste. Er würdigte die Leistung der Spieler und der Dirigenten gleichermaßen. Viel Zeit und Kraft müsse investiert werden, bis man die Stücke aufführen und anhören könne. Doch das Üben, Spielen und die Freude an der Musik hätten therapeutische Kraft. Die wohlklingenden Töne würden der Seele gut tun. Sehr passend fand Pfarrer Braun, dass das Konzert direkt am Abend vor dem Sonntag Jubilate stattfand. Alle Welt solle jubelnd und jauchzend Gott, den Schöpfer loben. „Warum nicht auch mit dem Akkordeon?“, so der Pfarrer. Seine geistlichen Impulse konnten beim zweiten Stück der Youngsters, der „Sarabande“ von Friedrich Haag, nachwirken.

 

Der Verein legt großen Wert darauf, auch den jüngsten Nachwuchs schon früh in Konzerte mit ein zubinden. Und so hatte auch die Schülerformation „Tastenbande“ mit der Dirigentin Susanne Winkler ihren Auftritt. Waren die Kinder bei der Hauptprobe noch sehr nervös, zeigten sie nun hoch konzentriert mit Karl Fegers „Suite“ ihr spielerisches Können. Mit dem fröhlichen, locker vorgetragenen „Good Mood Walz“ von Oliver Tomkin hatten sie endgültig die Herzen der Zuhörer gewonnen.

 

Dirigentin Karin Groß hatte mit dem Schülerorchester die interessante „Suite Contraire" von Hermann Illenberger einstudiert. In fünf Sätzen präsentierten die Spieler gekonnt scheinbar Gegensätzliches, ließen alte und neue Formen wie zum Beispiel die Gavotte und den Blues nebeneinander stehen, sich ergänzen und zu einem großen Ganzen werden.

 

Akkordeonmusik

 

Ein besonderes Erlebnis war mit „Präludium und Fuge in g-Moll“ von Johann Sebastian Bach und „Präludium und Fuge in a-Moll“ von Mátyás Seiber auch der Auftritt des Jugendorchesters unter der Leitung von Eugen Sokolkov. Die jungen Musiker spielten mit Ernsthaftigkeit und Präzision die anspruchsvollen Stücke ihres Wertungsprogrammes, mit dem sie am 24. Mai beim 2. Deutschen Akkordeon Jugendorchester-Wettbewerb in Pfungstadt teilnehmen.

 

Mit dem 1. Orchester unter der Leitung von Günther Stoll kam nochmals Johann Sebastian Bach zu Ehren. Die beiden bekannten Kantaten „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ und „Wir Eilen“ wurden von den Spielern sensibel und klangvoll interpretiert. Musikalischer Höhepunkt des Abends war die selten gehörte, anspruchsvolle „First Suite in Es“ von Gustav Holst. Die souveräne Umsetzung der drei Sätze, voller ansprechender Dynamik zog die Zuhörer in ihren Bann. Das 1. Orchester samt Pauke und Schlagzeug spielte so ausdrucksstark und kraftvoll, dass die Musik den gesamten Kirchenraum bis in den letzten Winkel ausfüllte.

 

Einen ebenso stimmungsvollen Schlusspunkt setzte das 1. Orchester mit Jacob de Haans „Concerto d’amore“. Mit dem kontrastreichen Werk, welches mit Barock, Pop und Jazz drei verschiedene Stilrichtungen verbindet, klang ein wundervoller Abend aus.

 

Wieder einmal haben die Akkordeonspieler des HVG unter Beweis gestellt, wie sie auf hohem Niveau miteinander musizieren. Die eindrucksvollen musikalischen Darbietungen sowie die Atmosphäre der Kirche haben das Konzert zu etwas Besonderem gemacht. Lang anhaltender, begeisterter Beifall für alle Orchester war der Dank des beeindruckten Publikums.

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Veröffentlichung

Sa, 10. Mai 2014

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