Alte und neue Musik gelungen verbunden

Orchester des Harmonika-Vereins zaubern eine ganz eigene Klangwelt in die Martinskirche

 

Großbottwar - von Luitgard Gröger
 

Wie im Flug ist die Zeit bei dem Konzert vergangen, das der Harmonika-Verein Großbottwar-Oberstenfeld (HVG) am Samstagabend in der Martinskirche gegeben hat. Ein äußerst abwechslungsreiches und kurzweiliges Programm mit anspruchsvollen Stücken hatten die Mitglieder zusammengestellt.

 

Die Musiker, insbesondere das Erste Orchester, nahmen ihr Publikum gefangen, hüllten es in einen berauschenden Klangraum ein, zu dem auch die hervorragende Akustik der Kirche ihren Teil beitrug.

 

Zwei Drittel des gut eineinhalbstündigen Konzerts indes bestritt allein der HVG-Nachwuchs, der ebenfalls beeindruckende Darbietungen ablieferte. So fand die Aussage des Moderators und musikalischen Leiters des HVG, Günther Stoll, dass es dem Verein wichtig sei, auch die Jungmusiker in seine Konzerte einzubinden, ihre Bestätigung.

 

Den Kontrast zwischen „alter und neuer Musik“, den Stoll ankündigte, brachten sogleich die Youngsters zu Gehör mit Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge in F-Dur und einer Sarabande Friedrich Haags. Dabei stellten sie nicht nur Musikstücke verschiedener Epochen gegenüber, sondern im Werk Haags war zudem „die alte Musizierform der Sarabande in spätromantischem Geist“ wiedergegeben. Dies zog die Zuhörer von der ersten Minute an in eine Klangwelt abseits des Alltagstrubels.

 

Die „therapeutische Kraft der Musik“, die Pfarrer Norbert Braun in seinem Impuls zu Beginn der Veranstaltung angesprochen hatte, wurde auf diese Weise bereits beim Spiel des Vereinsnachwuchses spürbar. Kein Wunder, hatte doch schon Bach seine Werke vor dem Hintergrund komponiert, dass sie der „Rekreation der Seele“ dienen sollen, wie Braun den alten Meister zitierte. Auch die Jüngsten von der Tastenbande unter der Leitung von Susanne Winkler erfreuten mit ihrem Auftritt die Konzertbesucher in diesem Sinne, und zwar mit einer Suite von Karl Feger und Oliver Tomkins „Good mood waltz“.

 

Das Programm des Konzerts, alte mit neuer Musik zu verbinden, setzte sodann das Schülerorchester um mit der Suite „Contraire“ des zeitgenössischen Komponisten Hermann Illenberger. Dieser hat in diesem Stück fünf verschiedene Musikrichtungen vereint: Prelude, Tango ostinato, Air, Gavotte und Blues.

 

Ihnen allen in der Interpretation gerecht zu werden, war eine Herausforderung, die das Schülerorchester unter der Leitung seiner Dirigentin Karin Groß allerdings tadellos meisterte. Mit ihrem vergleichsweise großen Können schon in jungen Jahren beeindruckten auch die Musiker des Jugendorchesters. Unter der Leitung von Eugen Sokolkov boten sie Bachs Präludium und Fuge in g-Moll sowie Präludium und Fuge in a-Moll des ungarischen Komponisten Mátyás Seiber dar.

 

Das altehrwürdige Kirchengemäuer regelrecht erzittern ließ schließlich das Erste Orchester unter dem Taktstock Günther Stolls. Das in Bachs Schaffen eher „marginale Werk“, wie Stoll die Kantate „Wachet auf! Ruft uns die Stimme“ ankündigte, war in der Darbietung des HVG-Orchesters keineswegs marginal.

 

Danach steigerten die Musiker sich nach den schnellen Achtelnoten-Läufen in der Bach-Kantate „Wir eilen“ zu einem berauschenden Klangerlebnis mit der „First Suite“ in Es des englischen Komponisten Gustav Holst, bevor sie mit dem „Concerto d’amore“ des Niederländers Jacob de Haan einen würdigen Schlusspunkt unter das Konzert in der Martinskirche setzten.

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Konzert in der Kirche (SA, 10. Mai 2014)

Martinskirche Großbottwar

Bilder vom Konzert in der Martinskirche Großbottwar am 10. Mai

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Veröffentlichung

Di, 13. Mai 2014

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