Die klangliche Vielfalt überzeugt

Oberstenfeld Sieben Orchester des Harmonika-Vereins begeistern mit Tastenzauber von Boogie bis Bolereo. 
Von Frank Wittmer
 

Es war ein wahrhaft opulentes Programm, das der Harmonika-Verein Großbottwar Oberstenfeld (HVG) für sein Konzert am Vorabend des vierten Advents zusammengestellt hatte. Von Boogie bis Bolero, von Rock bis Romantik reichte das Repertoire, das alles leicht serviert und wunderbar angerichtet von Günther Stoll, der nicht nur Dirigent des Ersten Orchesters ist, sondern auch so ganz nebenbei die Rolle als Moderator des Abends mit Witz und Bravour meisterte.

 

Den Auftakt durften die Youngsters machen, die mit dem „Boogie-Woogie-Rock“, dem „Berliner Bäckerjungen-Walzer“ und der „Fiesta do Brasil“ die 275 Zuhörer gleich begeisterten. Die Tastenbande spielte mit Pfiff, wobei Schlagzeuger Jürgen Winkler mit seiner Trillerpfeife sich auch gut als Schiedsrichter machen würde, wie Stoll anmerkte. Katsiaryna spielt das vielseitige Tasteninstrument seit der zweiten Klasse. „Jetzt kann ich es schon auswendig“, bekannte die Nachwuchsspielerin.

 

Die Racker und die Tastenbande ließen es bei „Christmas Time“ schon etwas weihnachtlich werden, wobei Stoll schon gleich zu Beginn gesagt hatte: „Heute gibt es ja Shopping bis um Mitternacht, keine Angst, wir spielen nur bis 23.30 Uhr, dass Sie Ihre Einkäufe noch erledigen können.“

 

Ganz ernst ist es den HVG-Verantwortlichen um Vorsitzenden Wolfgang Matt mit den Schulkooperationen, was sich nicht nur in der stattlichen Jugendarbeit, sondern auch im stark besetzten Schülerorchester zeigte. Mit dem „Medium Beat“ und dem Queen-Klassiker „Crazy Little Thing called Love“ zeigten die jungen Spieler, dass ein Akkordeonorchester nicht nur mit Trompetensound spielen, sondern auch eine Rockband mit Bass und E-Gitarren imitieren kann.

 

Das Jugendorchester spielte schwungvoll von Bolero bis Samba auf, und für das Freizeitorchester ist „Brasilia“ nicht erst seit der Fußball-WM ein Hit. „Es macht viel Spaß, diese Musik zu spielen“, stellte da nicht nur ein sichtlich glücklicher Günther Stoll fest.

 

Nach der Pause schaute und hörte der Nachwuchs gebannt zu, welche Leckerbissen das Erste Orchester kredenzte. Die „A-Train“ nahm Schwung auf, „Like a River“ ist auch im Bottwartal ein Sehnsuchts-Romantiker, der Wasserfloh hüpft fröhlich, und Wein, den auch der deutsche Elvis Peter Krauß zu schätzen weiß, gibt es bekanntlich ja in hervorragenden Variationen. Manch einer summt bei „Oh my Darling“ mit. Die klangliche Vielfalt von weich über schwebend bis fordernd präsentierte das Erste Orchester bei „Gabriel’s Oboe“, wobei Solist Patrick Stein besonders zu dem magischen Moment beitrug.

 

„Die Titel fürs Konzert waren schon komplett ausgewählt“, berichtete Günther Stoll zum Abschluss, „aber für das neue Stück von Adolf Götz haben wir noch mal umgestellt.“ Der populäre und mit dem HVG befreundete Komponist, der der Uraufführung seines Werkes „Adios España“ beiwohnte, bescheinigte einen Rekord. „Eine Komposition zwei Monate später aufzuführen, das war noch nie da.“ Und weil’s so schön war, spielen die HVGler das Stück unter lebhaftem Beifall im Bürgerhaus gleich noch mal.

Fotoserien

Musik ist Trumpf (SA, 20. Dezember 2014)

im Bürgerhaus in Oberstenfeld

Bilder von Musik ist Trumpf im Bürgerhaus in Oberstenfeld am 20. Dezember

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Veröffentlichung

Mo, 22. Dezember 2014

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