Ein Abend gelungener Jugendarbeit

Oberstenfeld Beim Konzert des Harmonika-Vereins haben alle Abteilungen anspruchsvolle Konzertmusik gezeigt. 
Von Yannik Buhl

 

Die Handharmonikas glitzern an diesem Samstag im Licht der Scheinwerfer. Im Oberstenfelder Bürgerhaus ist kaum mehr ein Platz frei – schließlich hat der Handharmonika-Verein Oberstenfeld-Großbottwar (HVG) zum Konzert geladen. Die Gäste haben sich schick gemacht für den Abend, in der Hand halten viele ein Sektglas. In der ersten Reihe nehmen Bürgermeister Reinhard Rosner und die Bürgermeisterkandidaten Markus Kleemann und Michael Meder Platz. Das HVG-Konzert ist eine feste Größe im Ort.

 

Das Konzert solle einen Kontrast darstellen zum Weihnachtskonzert, erklärt Günther Stoll. Er ist Dirigent des ersten Orchesters und führt durch den Abend. Während an Weihnachten mehr die Unterhaltung im Mittelpunkt stehe, „ist das heutige Konzert nur für anspruchsvolle Konzertmusik gedacht“. Man habe intensiv an den Stücken gearbeitet, um diesem Anspruch gerecht zu werden, sagt Stoll.

 

Das HVG-Konzert, das verrät schon ein Blick in das Programm, ist ein durch und durch junges Konzert. Das erste Orchester steht nicht im Mittelpunkt, vielmehr gestalten die verschiedenen Nachwuchsharmoniker den Großteil des Abends: von der Tastenbande über das Schülerorchester bis hin zum Jugendorchester. Den Anfang machen vier junge Frauen und zwei junge Herren von den Youngsters mit der „Ouvertüre in C-Dur“. Diese stelle einen „wuchtigen Eingangsteil“ dar, komponiert von „Akkordeon-Altmeister“ Rudolf Würthner, wie Günther Stoll formuliert. Die Tastenbande – bei vielen jungen Musikern reichen die Füße im Sitzen kaum auf den Boden – präsentiert unter der Leitung von Susanne Winkler die „Suite elementaire“ von Astor Piazzolla.

 

Dem Laien wird spätestens jetzt klar, dass die Handharmonika mehr kann als banale alpenländische Wirtshausmusik. Und dass das Musizieren auf dem Instrument eine große Konzentrationsfähigkeit erfordert. Ein Zuschauer schwärmt zwischen zwei Stücken des Schülerorchesters von der „Klangvielfalt“ der Handharmonika. Über die Kooperation mit verschiedenen Schulen hat der HVG einmal mehr Nachwuchs gewinnen können. Anschließend ist noch das Jugendorchester unter Leitung von Eugen Sokolkov auf der Bühne, mit den „Marionetten“ von Adolf Götz. Der Abend belohnt eine erfolgreiche Jugendarbeit.

 

Dann kommt zum traditionellen Abschluss das erste Orchester auf die Bühne, gekleidet ganz in Schwarz und mit purpurnen Schlipsen beziehungsweise Halstüchern. Sie spielen Stücke wie „Tokyo Adventure“ von Kees Vlak und „Die diebische Elster“ von Gioachino Rossini. Ein Höhepunkt ist die preisgekrönte Komposition „Clouds“ von Wolfgang Ruß-Plötz aus dem vergangenen Jahr. Günther Stoll, der selbst dirigiert, kündigt dann das Stück „Galaxy“ von Hans-Günther Kölz an, mit sphärischen Klängen. „Es wäre durchaus geeignet für die Filmmusik eines Science-Fiction-Streifens, etwa „Krieg der Sterne“, befindet Stoll. Er soll recht behalten mit seiner Ankündigung.

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Veröffentlichung

Mo, 04. Mai 2015

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