Stürmischer Beifall für Akkordeonmusiker bei „Musik ist Trumpf“
Immer wieder aufs Neue begeistern die Orchester des HVG Großbottwar-Oberstenfeld mit ihren Akkordeon-Konzerten ein großes Publikum, so auch wieder am Vorabend des 3.Advents, als rund 100 Akkordeonspielerinnen und Spieler in vier Orchestern und zwei Spielgruppen unter dem seit bald zwei Jahrzehnten einladenden Motto „Musik ist Trumpf“ ein großes Unterhaltungskonzert im Bürgerhaus Oberstenfeld darboten. Und wie immer war der große Saal voll von Besuchern, welche aus Großbottwar, Oberstenfeld und der ganzen Umgebung gekommen waren. Darüber freuten sich besonders der Vereinsvorsitzende Dr. Wolfgang Matt, wie er bei der Begrüßung sagte, aber auch alle seine aktiven Musikanten, deren gute Laune das ganze Konzert über anzumerken war. Ebenso auch Günther Stoll, der „Macher“ von „Musik ist Trumpf“ und Dirigent des 1. Orchesters, der in heiteren Worten die Musikstücke und Inhalte der einzelnen Darbietungen ansagte.
Sehr flott und schwungvoll begann das Jugendorchester unter der Leitung von Eugen Sokolkov mit zwei Stimmung machenden Musikstücken, gefolgt von den Buben und Mädchen, als „Racker“ Anfänger in der Harmonikamusik und Teilnehmer der Akkordeon-AGs an den Grundschulen in Kleinbottwar, Großbottwar und Oberstenfeld. Ihnen mussten zum Teil beim Aufsetzen des Akkordeons geholfen werden und ihre Füße reichten beim Sitzen auf dem Stuhl noch nicht zu Boden, aber spielen konnten die Sieben- und Achtjährigen, wie sie mit dem „Tänzchen zu Zweien“ und einer bekannten amerikanischen Melodie bewiesen. Die Spielgruppe „Tastenbande“, nicht viel älter an Jahren als die „Racker“, waren mit der von Bert Kaempfert populär gewordenen Melodie „Red Roses for a blue Lady“ und „Let´s Fetz“ in der Tat fetzig spielend anzuhören, zumal sie dazwischen mit den Händen klatschten. Susanne Winkler als Leiterin beider Spielgruppen, hat ihre Zöglinge schon weit vorangebracht, worüber diese auch voller Stolz strahlten, als sie den Beifall der Zuhörer bekamen.
Die Musik des lateinamerikanischen Tanzes „Cha Cha Cha“ war anschließend vom Schülerorchester unter der Leitung von Karin Groß sehr rhythmisch und schwungvoll zu hören, wie auch der „Bär“ aus dem Dschungelbuch von Terry Gilkyson, das der ehemalige HVG-Jugenddirigent Harald Rausch musikalisch für das Schülerorchester arrangiert hatte. Daniel, ein Spieler des Schülerorchesters, musste aufgrund einer Handverletzung auf das Akkordeonspielen verzichten. Spontan wurde er als „Rhythmuskind“ an den Percussions eingesetzt. Engagiert und gekonnt begleitete er seine Mitspieler, als hätte er noch nie etwas anderes auf der Bühne gemacht.
Nicht „zum alten Eisen“ zählend, war dann das Freizeitorchester mächtig und munter mit „The Blues Brothers“ zu hören. Dirigent Eugen Sokolkov versteht sich nicht nur mit den Jugendlichen vom Jugendorchester, sondern auch mit den Älteren, welche schon jahrzehntelang auf dem Akkordeon spielen und sogar noch Träume haben, wie sie mit dem zweiten Musikvortrag „Träume von Paris“ zu hören gaben.
Nach einer Pause trumpfte dann ganz nach dem Motto des Konzerts „Musik ist Trumpf“ das 1. Orchester mit ihrem Leiter Günther Stoll auf. Und wie immer, allesamt neu einstudierte Musikstücke, welche das über 30 Mitglieder zählende Akkordeonorchester in hervorragender Weise darbot, keine Oldies oder Evergreens. Teilweise furios aufspielend wie bei McCartneys „Live and Let Die“, dann wieder schmeichelhaft bei der Filmmelodie aus „Der Postmann“ oder bei „Rojo Tango“ pur argentinische Rhythmen und schwierig zu spielen, doch perfekt vorgetragen, zeichnete das Orchester aus. Musik, welche dem Publikum gefiel, was an wiederholten, rauschendem Beifall festzustellen war. So auch tosender Beifall beim Schluss mit den Filmmelodien aus „Best of Grease“. Erneut hat das 1. Orchester mit seinen sechs gespielten Stücken seine ganz große Klasse bewiesen. Zugaben von „Ray Charles“ und aus „Grease“ waren mit stürmischem Beifall gefordert und von Günther Stoll und seinem Orchester auch gewährt worden. „Am 23. April 2016 können Sie uns wieder im Konzert hören“ verriet Günther Stoll dem Beifall klatschenden Publikum.
Begleitet haben die Orchestermusik Jörg Cronauer am Piano, Sebastian Brauchle, Andreas Groß und Annegret Groß sowie Jürgen Winkler am Schlagzeug.
Außergewöhnlich und selten auch bei anderen Harmonikavereinen, dass Vereinsvorstände zugleich aktive Akkordeonisten sind, wie dies beim HVG der Fall ist. Vorsitzender Wolfgang Matt spielt im 1.Orchester mit, wie dessen Vorgänger im Amt Siegfried Gross, Herbert Bruker jahrelang Vereinsvorsitzender und Orchestermitglieder waren, wie schon Max Müller bei der Gründung des Vereins im Jahre 1931. Und ganz zum Schluss versammelten sich alle Aktive rund um und auf der Tribüne und freuten sich am großen Beifall.
Werner Fuchs
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