Um die Zukunft des Akkordeons scheint es gut bestellt
Oberstenfeld Der Harmonika-Verein Großbottwar-Oberstenfeld gibt eine Kostprobe seines Könnens.
Von Sabine Armbruster
Gleich sechs Orchester des Harmonika-Vereins Großbottwar-Oberstenfeld haben am Samstagabend im Bürgerhaus in Oberstenfeld unter dem Motto „Musik ist Trumpf“ die Ohren ihrer Zuhörer erfreut: das Jugendorchester, die Racker, die Tastenbande, das Schülerorchester, das Freizeitorchester und das Erste Orchester. Damit wurde deutlich: Um die Zukunft des Akkordeons muss einem zumindest im Bottwartal nicht bange sein.
Die kleinsten Musiker heißen Racker, benahmen sich aber bei ihrem allerersten Auftritt mustergültig. Voller Konzentration spielten die Kinder, die seit September in verschiedenen AGs in Schulen im Bottwartal das nicht einfach zu bedienende Instrument erlernen, auf ihren Mini-Akkordeons und entlockten ihnen nahezu fehlerfrei ein „Tänzchen zu zweien“ und die „American Melody“. Das Orchester, das nur für diesen Auftritt zusammenkommt, wurde mit tosendem Applaus belohnt.
Die „Tastenbande“ ist nur wenig älter als die „Racker“ – aber anders als diese bekommen sie regelmäßigen Akkordeonunterricht. Geleitet werden beide von Susanne Winkler. Sie präsentierten „Red Roses For A Blue Lady“, einen Titel aus der Zeit, in der noch nicht einmal ihre Eltern geboren waren, und brachten dann das Publikum mit „Let’s fetz“ zum Mitklatschen. Die erwachsenen Spieler aus dem Ersten Orchester, die im Hintergrund saßen, deckten die Stimmen ab, die von den Kleinen noch nicht gespielt werden.
Dass das Akkordeon keineswegs nur für Volksmusik geeignet ist, machte auch das Jugendorchester unter der Leitung von Eugen Sokolkov deutlich. Die Jugendlichen, die nach der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Wolfgang Matt das Konzert eröffnet hatten, präsentierten mit „Ai Se Eu Te Pego“, auch bekannt als „Nossa, nossa“, und dem WM-Hit „Auf uns“ zwei moderne Ohrwürmer. Das Schülerorchester unter Leitung von Karin Groß dagegen lud ebenso zum Cha-Cha ein wie dazu es einfach mal wie Balu aus dem Dschungelbuch mit Gemütlichkeit zu probieren. Trotz dieses Ratschlags klatschten die Besucher bei der gelungenen Präsentation munter mit. Da musste selbst Günther Stoll, der den Abend mit viel Humor moderierte, das Publikum loben.
Auf eine musikalische Kurzreise von den USA nach Frankreich entführte das sogenannte Freizeitorchester. Anders als das Erste Orchester treffen sie sich nur alle vierzehn Tage zum gemeinsamen Spielen, präsentierten aber dennoch sehr souverän den Soundtrack aus „The Blues Brothers“ und ließen mit musetteartigen Klängen ihr Publikum von Paris träumen.
Der zweite Teil des Abends gehörte dann dem Ersten Orchester unter der Leitung von Günther Stoll, das mit großer Virtuosität und erstaunlich flinken Fingern die Zuhörer vollends zu Begeisterungsstürmen hinriss. Bei „Garden Party“, einem temporeichen und rhythmisch anspruchsvollen Stück der Gruppe Mezzoforte, zogen die Musiker nicht nur die Register ihres Instruments, sondern auch alle Register ihres Könnens, ebenso wie bei „Live And Let Die“, das mehr als vierzig Jahre nach seinem Erscheinen als offizieller Bond-Titelsong so frisch klang, als ob es eben erst geschrieben worden sei. Titel von Ray Charles und aus „Grease“ rundeten einen gelungenen Abend des Harmonika-Vereins Großbottwar-Oberstenfeld ab.
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