Zwischen Mozart und feuriger kubanischer Tanzmusik
Orchester des Harmonikavereins Großbottwar-Oberstenfeld präsentieren sich bei ihrem Konzert mit einer großen musikalischen Bandbreite
Oberstenfeld - von Werner Fuchs
Mit stürmischem Beifall quittierte das Publikum die Darbietungen des Harmonikavereins Großbottwar-Oberstenfeld (HVG) beim Frühjahrskonzert im Bürgerhaus.
Das Programm eröffnete nach der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden und Akkordeonisten Wolfgang Matt das Jugendorchester unter der Leitung von Eugen Sokolkov mit der Violinsonate Nr. 3 von Georg Friedrich Händel. Der in Harmonikakreisen bekannte Hans-Günther Kölz hat das Stück für Akkordeonmusik arrangiert.
Unter dem Titel „Amadeus goes Pop“ folgten Melodien von Mozart, die Matthias Hennecke musikalisch für Harmonikas bearbeitet hat. Sebastian Brauchle und Annegret Groß am Schlagzeug sorgten dabei für rhythmischen Pop. Die Grundmelodien von Händels Adagio als auch von Mozart waren dabei für das Publikum offenkundig und Günther Stoll, der in gekonnter, sehr unterhaltsamer Art durch das Programm führte, verstand es, das Publikum mit diesen Melodien auf ein emotionales Erlebnis einzustimmen.
Die „Tastenbande“, ein Dutzend Kinder im Alter von zehn Jahren und Anfänger mit kleiner Harmonika, zeigte mit drei Musikstücken ihr Können, das sie sich als Schüler der Schulen in Oberstenfeld sowie Groß- und Kleinbottwar durch Kooperationen mit HVG-Musiklehrern und unter ihrer Dirigentin Susanne Winkler erarbeitet haben.
Und wieder folgte dann das Schülerorchester ursprünglichen Melodien der Mozarts. Unter anderem war der von Vater Leopold Mozart komponierte „Schwabentanz“ zu hören. Ein Menuett und ein Allegretto seines berühmten Sohnes Wolfgang dirigierte abschließend Karin Groß vor ihrem Schülerorchester.
Dann konnten die Konzertbesucher eine Uraufführung miterleben. Dirigent Günther Stoll hatte das von Kees Vlak unter dem Pseudonym Luigi di Ghisallo geschriebene Blasorchesterstück „Open Air“ so sehr gefallen, dass er es für das Harmonikaorchester umschrieb und arrangierte. In dieser Form war es am Samstagabend erstmals zu hören. Auch das Publikum im Bürgerhaus war sogleich von dem furios gespielten Musikstück hellauf begeistert und dankte den Akkordeonisten mit anhaltendem stürmischem Beifall.
Die „Sinfonietta Concertante“ von Karl-Heinz Wolters folgte und die in mehreren Sätzen aufgespielte „Singapur Skyline“ von Wolfgang Ruß-Plötz zeigten das ausgezeichnete Können der 36 Akkordeonisten des 1. HVG-Orchesters.
Mit „Conga del Fuego Nuevo“ von Arturo Marquez waren dann nochmals feurig-rhythmische Melodien kubanischer Tanzmusik zum Programmende zu hören. Auch hier ertönte wieder stürmischer Beifall, der das Orchester zu einer Wiederholung des Stücks „Open Air“ ermunterte. Das Publikum erlebte ein großartiges Harmonikakonzert und freute sich über das Fortbestehen eines solchen Vereins in heutiger Zeit, wie immer wieder zu hören war.
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