Gastgeber und Gäste begeistern gleichermaßen

Oberstenfeld Beim 25. Frühjahrskonzert des Harmonika-Vereins ist das Duo "Nebl & Nebl" zu Gast gewesen. Von Helmut Schwarz

 

Es ist immer wieder erstaunlich, was der Harmonika-Verein Großbottwar-Oberstenfeld an Professionalität und Qualität bei seinen musikalischen Darbietungen zu bieten hat. Jüngstes Beispiel dafür das 25. Frühjahrs-Konzert im Oberstenfelder Bürgerhaus, wo lediglich minimale Lücken im Publikum optisch den üblichen Erfolg hätten schmälern können, was jedoch durch den frenetischen Applaus der begeisterten Besucher voll aufgewertet wurde, die mehrfach eine letzte Zugabe durch das Duo Nebl & Nebl „herausschinden“ konnten. Andreas Nebl (Akkordeon) und Frank Nebl (Klarinette) waren als Gäste für das Jubiläumskonzert gewonnen worden und konnten die in sie gesetzten Erwartungen voll und ganz erfüllen. Sie ließen das Konzert zum Erlebnis werden.

 

Zum 25. Frühjahrskonzert lädt man sich Gäste ein, hatte der Vorsitzende Wolfgang Matt in seinem Grußwort angekündigt und zugleich darauf verwiesen, dass die Jugend mit einem Kirchenkonzert in Winzerhausen am Freitag, 12. Mai, ebenfalls zu einem besonderen Ereignis einladen möchte.

 

Der HVG hatte sein Konzert unter das Motto „Akkordeon trifft Klassik(er)“ gestellt. Der musikalische Leiter Günther Stoll führte in bewährter Weise mit Hintergrundwissen über die Komponisten und ihre Musik durch das Programm. Ob der prachtvolle barocke „Einzug der Königin von Saba“ von Georg Friedrich Händel, die Ouvertüre zur Oper „Die Zauberflöte“ des Klassikers Mozart, oder die „Dalmatinischen Tänze“ ein Divertimento oder „Seven Songs“ der Zeitgenossen Adolf Götz, Fritz Dobler beziehungsweise Wolfgang Ruß – Günther Stoll, der ihre Musik kennt und liebt und sie als Dirigent in faszinierender Weise interpretiert und durch das Orchester in allen Farben ausleben lässt, hat auch immer noch eine charakterisierende besondere Bemerkung parat.

 

Klassische Musik auf dem Akkordeon? Nicht immer fällt die Antwort auf diese Frage positiv aus. Wenn sie von Günther Stoll serviert und so großartig orchestral interpretiert wird wie am Samstag durch das HVG-Orchester, dann vergisst man das Instrument und erlebt nur noch Musik. Das gilt für die barock festlich schwungvolle Musik ebenso wie für die modernen Variationen des Songs of Joy, der nach den Worten Schillers und Beethovens Musik zur europäischen Hymne geworden ist.

 

Im zweiten Teil des Konzertes gehörte die Bühne dem Duo „Nebl & Nebl“. Parallel zum HVG-Orchester auch hier die Schienen Barock mit der Sonate g-Moll von Carl Philipp Emanuel Bach, der Klassik mit dem Divertimento C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart und der Moderne mit „Allegro rustico“ von Sofia Gubaidulina und „Heavy Tango“ von Richard Galliano. Der Auftritt der musikalischen Ausnahme-Talente an Akkordeon und Klarinette, Andreas und Frank Nebl, die ihre Zuhörer am Samstag mit höchster Virtuosität und Musikalität begeistert haben, lässt sich mit „einfach Spitze“ überschreiben. Höchst virtuos die g-moll-Sonate, geradezu atemberaubend die rhythmisch durchsetzten Tonfetzen im „Allegro rustico“, herrlich reizvoll die Tango-Rhythmen, ein Hochgenuss die Mozart’schen Divertimento-Klänge.

 

Immer wieder forderte stürmischer Beifall die Künstler zu einer weiteren Zugabe auf die Bühne – Anerkennung für einen absolut gelungenen Zugriff auf die Gästeliste des Harmonika-Vereins.

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Veröffentlichung

Mo, 08. Mai 2017

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