Grandioses Konzert zum 25jährigen Jubiläum

Das „Frühlingskonzert“ des HVG am 6.Mai im Bürgerhaus in Oberstenfeld war ohne Zweifel Höhepunkt dieser Konzertreihe seit ihrem Bestehen. Der musikalische Leiter Günther Stoll konnte die international ausgezeichneten Kammermusiker Frank Nebl (Soloklarinettist der Badischen Staatsoper) und Andreas Nebl (Dozent für Akkordeon am Hohner-Konservatorium Trossingen) für ein Mitwirken beim Jubiläumskonzert gewinnen, welche dann anstelle der sonst auftretenden weiteren Orchester des HVG als Duo die zweite Hälfte des Abends bestritten. Günther Stoll präsentierte sich nicht nur als exzellenter Orchesterdirigent, sondern wie immer auch als wortgewandter und unterhaltsamer Entertainer, als er durch das Programm führte.

 

„Akkordeon trifft Klassik(er)“ hieß der Titel des Abends - und dieser war Programm. Das 1. Orchester eröffnete das Konzert mit dem „Einzug der Königin von Saba“ aus „Salomon“, von Georg Friedrich Händel. Die barocke Musik, von den Akkordeons gespielt, war unverkennbar auch als solche zu hören und wurde vom Publikum mit herzlichem Beifall bedacht. Dann folgten die vier Sätze der von Adolf Götz komponierten „Dalmatinische Tänze“. Diese sind an jugoslawischen Liedern und Tänzen orientiert und wurden in ungewöhnlicher Klangvielfalt und mit zahlreichen Tempowechseln fehlerfrei aufgespielt. Großer Beifall des Publikums dankte den Spielerinnen und Spielern des über 30 Mitglieder zählenden Orchesters, welche mit Sebastian Brauchle und Annegret Groß an Schlaginstrumenten verstärkt war. Dann wechselte das Orchester zum Altklassiker Wolfgang Amadeus Mozart und spielte dessen Ouvertüre aus der „Zauberflöte“. Auch dieses Musikstück präzise dargeboten, erhielt von den Zuhörern großen Zuspruch. Mit den drei Sätzen aus „Divertimento“, der Vertonung eines schwedischen Volkslieds, hörte das Publikum das Glanzstück des Fritz Dobler, der im Jahr 1954 „Weltmeister des Akkordeon“ in Stuttgart geworden war und bewunderte auch hier das hervorragende Können der Orchestermitglieder und ihres Dirigenten. Zum Schluss des HVG Vortrags dann eine Neuschöpfung des Wolfgang Ruß, Dozent am Trossinger Konservatorium mit den „Seven Songs of Joy“ mit rhythmischen Variationen frei nach Beethovens Melodie „Ode an die Freude“ aus dessen 9. Sinfonie. Auch dafür langanhaltender und stürmischer Applaus der Zuhörer, eine Zugabe fordernd, die mit dem „Kolo“ der „Dalmatinischen Tänze“ auch gewährt wurde.

 

25jährigen Jubiläum

 

Was dann nach einer Pause folgte an Darbietungen des Duos „Nebel & Nebel“ war ein musikalisches In- und mit-einander von Akkordeon und Klarinette auf höchstem Niveau und Präzession und das mit Musik von Bach und Mozart und dies überraschenderweise in einer klanglichen Harmonie, wie dies von Akkordeon und Klarinette kaum zu erwarten war.

 

Brillantes Spiel der Finger an Klarinette und Akkordeon durch die beiden Musiker. Angefangen mit drei Sätzen einer Sonate g-Moll von Carl Philipp Emanuel Bach zeigte den musikalischen Einklang der beiden Brüder. In atemloser Stille verfolgte das Publikum den Auftritt von Andreas (Akkordeon) und Frank Nebl (Klarinette) auch beim zweiten Stück dem „Allegro rustico“ von Sofia Gubaidulina. Dann ein „Divertimento C-Dur“ von Mozart in fünf Sätzen war ebenso ein Hochgenuss, wie die vorausgegangenen Darbietungen der beiden Ausnahmekünstler, welche ihr über einstündiges Programm mit dem „Heavy Tango“ des zeitgenössischen französischen und weltweit bekannten Jazz-Akkordeonisten Richard Galliano und natürlich stürmischen herausgeklatschten Zugaben und Zurufen beendeten.

(Werner Fuchs)

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Veröffentlichung

Sa, 06. Mai 2017

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