Ein Konzert mit Schwung und einigen Überraschungen
Großbottwar-Winzerhausen Die Jugendlichen des Harmonika-Vereins haben in der Michaelskirche aufgespielt. Von Thomas Weingärtner
Fans der gepflegten Handharmonika-Musik kamen am Freitagabend in der Winzerhäuser Michaelskirche voll auf ihre Kosten. Beim Jugendkonzert des Harmonika-Vereins Großbottwar-Oberstenfeld gaben sich die jungen Talente regelrecht die Klinke in die Hand. Dabei lieferten die Nachwuchs-Musiker ein abwechslungsreiches Programm ab, voller Schwung und mit einigen Überraschungen.
Wer glaubte, dass junge Instrumentalisten sich ausschließlich für moderne Musik interessieren, der wurde am Freitagabend eines Besseren belehrt. Zusammen präsentierten zwei Ensembles und zwei Solisten eine bunte Mischung verschiedener Epochen. Für die Jugendlichen bildete das Konzert einen Ausgleich zum verpassten Auftritt beim Frühjahrskonzert. Ganze 25?Jahre besteht der HVG bereits, und dies wurde gebührend gefeiert. „Wir haben Gäste von befreundeten Vereinen eingeladen“, sagt der erste Vorsitzende des HVG, Wolfgang Matt. Um das Programm nicht übermäßig lang werden zu lassen, hatten die Jugendlichen weichen müssen. „Natürlich wollten wir der Vereinsjugend aber auch einen gebührenden Rahmen schaffen, daher das Jugendkonzert“, erklärt Matt. „Normalerweise tritt ja die Jugend mit uns beim Frühjahrskonzert auf.“
Den Start am Freitag machte das Schülerorchester unter der Leitung von Susanne Winkler. Mit „Kleines Durcheinander“ von Alexander Jekic bewiesen die Heranwachsenden ein besonderes Gespür für Struktur. Das Stück spielt sich nämlich wie eine klassische Fuge. Da war nicht nur gutes Timing, sondern auch ein gutes Ohr gefragt. Weiter ging es mit „Im alten Schloss“ von Oliver Loh, und mit „Good Mood Waltz“ von Oliver Tomkin wurde es zum Ende hin noch einmal richtig schwungvoll. „Das Schülerorchester besteht aus unseren weniger erfahrenen Talenten“, erläutert Wolfgang Matt.
Den Mittelteil bildeten gleich zwei Solisten. Die 15-Jährige Cathrin Maucher gab Stücke aus der sogenannten Trossinger Schule zum Besten. Technisch sauber und routiniert präsentierte Maucher drei Kompositionen und erntete viel Applaus. „Eigentlich sollte sie ja krank im Bett liegen, aber den Auftritt wollte sie sich nicht nehmen lassen“, lobte der Musikalische Leiter Günther Stoll, der in den Umbaupausen mit kurzen Moderationen unterhielt. Der 16-jährige Michael Fischer lieferte „Romance“ von Franck Angelis und einen besonders schwierigen Klassiker. Vivaldis „Winter“ begeisterte die Zuschauer und demonstrierte nicht nur das Talent des jungen Solisten, sondern auch die Vielseitigkeit der Handharmonika.
Das große Finale kam dann vom Jugendorchester, das mit „Open Air“ von Hans-Günther Kölz und „Suite contraire“, von Herrmann Illenberger entzückte.
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