Musikmärchen von Prinzessin, Zwerg und guter Fee
Konzert des Harmonikavereins Großbottwar-Oberstenfeld in der historischen Dorfkirche - Von Wolfgang Seybold
Oberstenfeld
Das Konzert des Harmonikavereins Großbottwar-Oberstenfeld in der Oberstenfelder Dorfkirche stand ganz im Zeichen des musikalischen Nachwuchses. Der Verein befinde sich im Umbruch, sagte der Vorsitzende Julian Weinmann bei der Begrüßung des Publikums. Dirigentenwechsel in einigen Orchestern hielten die Organisatoren aber nicht davon ab, einen feinen musikalischen Abend unter dem Motto „Junges Konzert“ zu präsentieren. Dafür wählten die Verantwortlichen nicht den großen Saal des Oberstenfelder Bürgerhauses, sondern entschieden sich für die heimelige Atmosphäre der historischen Dorfkirche. Eingerahmt von den Auftritten des ersten Akkordeonorchesters, stellten das Schülerorchester, die Youngsters und das Jugendorchester ihr Können unter Beweis. Etwas schwermütig und doch leidenschaftlich eröffnete das erste Orchester mit dem Rojo Tango, von Hans-Günther Kölz komponiert, den Abend. Unter der Leitung von Susanne Winkler geriet der Tango zu einer mitreißenden Interpretation argentinischer Musik. Durch passende Registereinstellungen konnten die Zuhörer sogar die Musikfarbe des für den Tango so typischen Bandoneons erkennen.
Dynamisch Das Schülerorchester spielte eine Suite Contraire. Mit ihrer Lehrerin Susanne Winkler am Dirigentenpult bewiesen die Nachwuchsmusiker, dass sie einen Tango Ostinato und einen Blues dynamisch und rhythmisch sicher spielen können. Der Applaus des Publikums belohnte sie dafür. Ein Klassik-Cocktail mit den Sätzen „Der fröhliche Wanderer", „Andante Grazioso“, „Menuett“ und "Freude schöner Götterfunken" sorgte für musikalische Vielfalt. Im Dreivierteltakt begann, mit zarten Harmonien durchsetzt, das musikalische Märchen „Marionetten“. Komponist Adolf Götz vertonte eine schöne Prinzessin, listige Zwerge und eine gute Fee zu einer märchenhaften Szenerie. Unter der Leitung von Kristin Steinhübel spielte das Jugendorchester die Komposition engagiert und mit viel Können. Die Zuhörer spendeten Beifall auch für die „Bourré“, einen barocken Tanz aus der „Feuerwerksmusik“ von Georg-Friedrich Händel, das die jungen Musiker in einem interessanten Arrangement spielten. Die Youngsters, ein aus fünf jugendlichen Musiker bestehendes Ensemble, präsentierten die Titel „Drei Epigramme“ und „Simple Songs“. Die junge Moderatoren Livia Schreiber, die charmant durch den Konzertabend führte sagte, dass die zwei Stücke „die Klarheit und Schönheit der Musik“ aufzeigten.
Meisterlich In solistischer Art und Weise spielten die Youngsters die Sätze Prolog, Bacarole und Epilog. Das fünfstimmige Ensemble ließ hören, dass es sich in meisterlicher Verfassung befindet. Anhaltender Applaus war dann die Belohnung für den Auftritt. Das vom Harmonikaverein Großbottwar-Oberstenfeld in der Dorfkirche ausgerichtete „Junge Konzert“ wurde vom ersten Orchester mit dem „Concerto d’Amore“, von Gerd Huber komponiert, stimmungsvoll beendet.
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