Gekonntes Zusammenspiel von Jung und Alt
Ein sehr breites Spektrum bot der Harmonika-Verein Großbottwar-Oberstenfeld in seinem Unterhaltungskonzert am Samstagabend. Vor rund 200 Besuchern im gut besetzten Bürgerhaus begeisterten die vielfältigen Musiker ihr Publikum in Oberstenfeld. Dabei gab es gleich mehrere Premieren. Sowohl Kristin Steinhübel wie Vitali Neifert übernahmen im Sommer Orchester. Für Susanne Winkler ist es ebenfalls das erste Konzert in ihrer neuen, zusätzlichen Aufgabe als Zweite Vorsitzende.
„Wir möchten anspruchsvolle Musik mit Niveau anbieten“, so Winkler, „und uns nicht nur in der Ziehharmonika-Ecke bewegen“. Das setzt viel Einsatz und Engagement von den Schülern wie ihren Lehrern voraus. So dauert es im Schnitt acht bis zehn Jahre vom Start bis zum Sprung ins Erste Orchester. „Wir schaffen es jedes Jahr und begeistern Kinder bereits in der Grundschule für das Akkordeon. Und neben der musikalischen Ausbildung bieten wir obendrein attraktive Tages- oder Wochenendausflüge an“, schildert Julian Weinmann, Erster Vorsitzender, die erfolgreiche Jugendarbeit.
Der Charme des abendlichen Programms lag im Spektrum zwischen Jung und Alt, zwischen klassisch und modern, zwischen ruhigen, wie Stücken mit viel Temperament. Die Youngster als jüngste Vereinsmitglieder stellten ihr Können mit viel kleineren und leichteren Akkordeons unter Beweis. Für „Bella Ciao“ erhielten sie langen, verdienten und begeisterten Applaus. Bei „Jingle Bells“ vom Schülerorchester und den Akkorden-Rackern, sang und klatschte der ganze Saal mit.
Ulrich Staudenmaier, Leiter der Musikakademie Bottwartal, moderierte eloquent durch den Abend. Nach „Y.M.C.A.“ war er als Profi beeindruckt, „wie wahnsinnig vielfältig das Akkordeon ist!“ Fast als Beweis dafür folgte nach der Pause vom Ersten Orchester „Caribbean Fantasy“, bekannt vom Film „Fluch der Karibik“. Mit geschlossenen Augen fühlte man sich mitten hineinversetzt unter Captain Jack Sparrows Piraten auf stürmischer See. Liebhaber klassischer Stücke bekamen mit dem „Walzer Nr. 2“ von Dimitri Schostakowitsch etwas für ihren Geschmack. In einem facettenreichen Wechsel zwischen ruhigen und schwungvollen Stücken wurden Klassiker von Elton John wie „Blue Eyes“ präsentiert. Bei „Hello Dolly” bewies Vitali Neifert sein Talent als Leiter des Orchesters wie als Entertainer. Vorne dirigierte er das Erste Orchester und hinten motivierte er das Publikum zum Mitklatschen. In schneller Folge wurde Stevie Wonder mit „Sir Duke“ und „I wish“ dargeboten. Hätte jemand winterlich trübe Stimmung mitgebracht, wäre sie spätestens bei „You are the Sunshine of my Life“ vollends verflogen.
Mit stehenden Ovationen forderte das begeisterte Publikum weitere Zugaben und belohnte damit die Leistung der Musiker wie den Einstand von Vitali Neifert.
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