Gelungenes Debüt des Dirigenten

Beim großen Unterhaltungskonzert des Harmonika-Vereins Großbottwar-Oberstenfeld (HVG) im Bürgerhaus standen Musiker und Dirigent vor ihrer ersten gemeinsamen Bewährungsprobe, die sie mit Bravour gemeistert haben. Auch der Akkordeon-Nachwuchs überzeugte.

 

Oberstenfeld

Unter dem Motto „Musik ist Trumpf“ begrüßte der Vorsitzende Julian Weinmann die rund 200 Gäste und stellte den neuen Dirigenten Vitali Neifert vor. UIrich Staudenmaier, Leiter der Musikakademie in Großbottwar, führte durch den Abend.

 

Die Youngsters eröffneten das Konzert mit dem südamerikanischen „Llorando se fue“, besser bekannt als „Lambada“. Den ersten Glanzpunkt setzte das Ensemble aus fünf jungen Erwachsenen, aber mit dem zweiten Titel. Das aufgrund der ständig wechselnden Tempi sehr anspruchsvolle „Bella ciao“ wurde gekonnt und mit dem nötigen Ernst, ja fast etwas „trotzig“ vorgetragen. Das Publikum quittierte die sehr gute Leistung mit viel Applaus.

 

Mit den Akkordeon-Rackern nahmen die jüngsten Künstler auf der Bühne Platz. Die von Susanne Winkler geleitete Spielgruppe setzt sich aus Kindern zusammen, die durch die erfolgreiche Kooperation des Vereins mit den Grundschulen in Kleinbottwar, Großbottwar und Oberstenfeld Freude am gemeinsamen Musizieren gefunden haben. Sie schlugen mit einem munteren Walzer musikalische „Purzelbäume“, bevor sie bei ihrem zweiten Stück „Im Galopp“ schon recht flott ihre Finger über die Tasten fliegen ließen. Stolz strahlten die Gesichter, als der verdiente Beifall erklang.

 

Als ein Höhepunkt des Abends darf der Auftritt des Schülerorchesters mit Susanne Winkler gelten. Die noch sehr jungen Musiker stellten ihr bereits beachtliches musikalisches Können beeindruckend unter Beweis. Zunächst mit zwei Sätzen aus der „Open Air Modern Suite“ von Hans-Günther Kölz, bei denen ihnen sehr gut der Wechsel zwischen dem flotten „Ragtime“ und dem gefühlvollen „Song“ gelang. Begeistert hat das Publikum aber vor allem der mit viel Power und Schwung gespielte „Rockshop“, komponiert von Jürgen Schmieder. Beim anschließend gemeinsam mit den Akkordeon-Rackern vorgetragenen „Jingle Bells“ stimmte das Publikum fröhlich klatschend mit ein.

 

Das Jugendorchester unter der Leitung von Kristin Steinhübel knüpfte mit seiner ebenfalls ausgezeichneten Vorstellung nahtlos an die gute Stimmung an. Mit „Y.M.C.A.“, dem Hit der Village People, „Besame Mucho“ und Billy Joels „Uptown Girl“ trugen sie zu einer rundum gelungenen ersten Konzerthälfte bei.

 

Dann betrat Vitali Neifert erstmals die HVG-Konzertbühne. Vor einem halben Jahr hat der 49-Jährige den Taktstock beim Freizeitorchester und beim 1. Orchester übernommen. Mit viel Gefühl führte er die Musiker durch das Programm und lieferte ein bemerkenswertes Debüt ab. Und mit ihm die Musiker, die ihm mit offensichtlicher Freude und höchst konzentriert folgten.

 

Das Freizeitorchester hatte einen ganz besonderen Hörgenuss vorbereitet: „Samorin“, eine exotische Komposition von Tony Jabovsky, die fantasievoll und kreativ orientalische Melodien und jamaikanische Rhythmen vereint. Diesem eher unbekannten Titel setzte das Orchester Dimitri Schostakovitschs berühmten „Walzer Nr. 2“ entgegen. Dem Orchester gelang ein meisterlicher Auftritt, der in Erinnerung bleiben wird.

 

Nach der Pause brillierte das 1. Orchester mit der „Caribbean Fantasy“, den Melodien des Filmklassikers „Fluch der Karibik“, und riss die Zuhörer mit. Leise, gefühlvoll vorgetragene Passagen wechselten sich mit schnellen Rhythmen ab und endeten in einem grandiosen Finale. Sichtlich gelöst nach diesem grandiosen Beginn, spielten die Akkordeonisten bei „Elton John in Concert“ befreit auf. Locker und leicht erklang dann auch „Hello, Dolly“, die Titelmusik aus dem gleichnamigen Musical. Dabei dirigierte Neifert seine Musiker auf der Bühne und lenkte gleichzeitig das Publikum hinter seinem Rücken beim rhythmischen Klatschen. Mit der „Stevie Wonder Hit Collection“, höchst anspruchsvoll arrangiert von Wolfgang Russ, lief das Orchester noch einmal zur Höchstform auf und wurde mit großem Applaus gewürdigt.

 

Eigentlich sollte das launige Zugabe-Stück „Tie a Yellow Ribbon“, zu dem sich alle Akteure vor der Bühne versammelten, das Konzert beenden, doch das Publikum forderte eine weitere Zugabe ein. Darauf war das Orchester zwar nicht vorbereitet, ließ aber spontan zum endgültigen Abschluss nochmals die mitreißende Schlusssequenz des Stevie-Wonder-Medleys erklingen. (red)

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Veröffentlichung

Mi, 18. Dezember 2019

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